Der Global Carbon Coin (GCC): Ein demokratisches Werkzeug für Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit

Der Global Carbon Coin (GCC): Ein demokratisches Werkzeug für Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit

Jörg Schreiner. Basierend auf Gedanken von Fritz Andres

Stell dir vor, wir könnten die größte Herausforderung unserer Zeit – die Klimakrise – mit einem System angehen, das nicht auf Verbote setzt, sondern auf Gerechtigkeit, direkte Beteiligung und klare wirtschaftliche Anreize. Genau das ist die Vision hinter dem Global Carbon Coin (GCC). Es ist ein radikal einfacher und fairer Ansatz, der die Macht des Marktes nutzt, um sie in den Dienst des Planeten und aller Menschen zu stellen.

Die einfache Idee: Unser gemeinsames Erbe, fair geteilt

Die Atmosphäre, ihre begrenzte Fähigkeit, CO₂ aufzunehmen, gehört uns allen. Der GCC macht dieses gemeinsame Erbe konkret handelbar. Jeder Mensch erhält täglich den gleichen Anteil als „Climate Dividend“ – ein universelles Klimagrundeinkommen. Dieses Geld ist kein Geschenk, sondern dein fairer Anteil am Wert unserer gemeinsamen Lebensgrundlage. Per App kannst du es behalten, ausgeben oder direkt in Landeswährung tauschen – so ist das System für alle zugänglich, unabhängig vom Einkommen.

Wie es funktioniert: Ein geschlossener Kreislauf

Die Schlüsselrolle spielen die fossilen Energiekonzerne. Um Kohle, Öl oder Gas verkaufen zu dürfen, müssen sie vorher GCC von uns, der Bevölkerung, kaufen. Nach dem die Förderunternehmen ihr Produkt verkauft haben, werden ihre GCC’s  gelöscht. Das ist der entscheidende Hebel:

  • Die Konzerne zahlen direkt an die Gesellschaft für die Nutzung der Atmosphäre.

  • Je knapper die täglich ausgegebene GCC-Menge wird (denn sie schrumpft planbar auf Netto-Null), desto teurer wird es für sie.

  • Schmutzige und ineffiziente Energiequellen (wie Fracking oder Ölsande) werden so automatisch zuerst unrentabel – ohne politische Verbote, allein durch den Markt.

Warum das auch für Wirtschaft und Altersvorsorge stabilisierend wirkt

Dieser Ansatz ist kein Angriff auf die Wirtschaftsordnung, sondern ihre notwendige Modernisierung. Er schafft langfristige Planungssicherheit für alle Unternehmen, indem er Dutzende komplexer nationaler Steuern und Subventionen durch einen einzigen, transparenten globalen CO₂-Preis ersetzt. Das macht Investitionsentscheidungen klarer und lenkt Kapital verlässlich in saubere Technologien und Energieeffizienz. Für die langfristige Stabilität von Pensionsfonds und Altersvorsorge ist eine solche Berechenbarkeit und die Abwendung extremer Klimarisiken ein entscheidender Vorteil.

Der Schönste Effekt: Die Reparatur wird mitfinanziert

Damit GCC nicht nur gehortet werden, gibt es eine kluge Regel: Nicht genutzte Coins „verfallen“ langsam und fließen in einen globalen Topf für ökologische Reparatur. Dieser Fonds finanziert, was wir dringend brauchen: Wiedervernässung von Mooren, regenerative Landwirtschaft, Aufforstung und gemeindebasierte Projekte. Diese Maßnahmen speichern nicht nur Kohlenstoff, sondern schaffen lebendige Böden, mehr Artenvielfalt, stabilere Wasserkreisläufe und neue Jobs vor Ort. Die Heilung des Planeten finanziert sich so Schritt für Schritt mit.

Ein faires Miteinander auf Augenhöhe

Das System setzt auf starke Anreize zur Teilnahme. Staaten, die nicht mitmachen, sehen sich mit Klima-Grenzausgleichen konfrontiert, und ihre Bürger*innen erhalten die Climate Dividend nicht. So entsteht eine globale Koalition der Willigen, die Klimaschutz und soziale Absicherung verbindet.

Fazit: Mehr als ein technischer Mechanismus

Der Global Carbon Coin ist eine Einladung, unsere Wirtschaft neu zu denken: Als ein System, das ökologische Grenzen respektiert und den gemeinsamen Reichtum fair teilt. Er verbindet Klimaschutz mit sozialer Gerechtigkeit, macht jeden Einzelnen direkt zum Teil der Lösung und schafft eine stabile, berechenbare Grundlage für den notwendigen Wandel – zum Nutzen aller Generationen.

Es ist ein Werkzeug, um Macht und Verantwortung zu dezentralisieren und unseren Planeten in einen lebensfähigen Zustand für unsere Kinder und Enkel zu überführen. Zeit, darüber zu diskutieren.

Der Global Carbon Coin ist ein Teil des Algorithmus der Nachhaltigkeit.

By |2026-03-31T06:41:09+02:00Februar 4th, 2026|BLOG, TEASER|Kommentare deaktiviert für Der Global Carbon Coin (GCC): Ein demokratisches Werkzeug für Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit

Zusammenfassung „Der Algorithmus der Nachhaltigkeit“

Zusammenfassung „Der Algorithmus der Nachhaltigkeit“ (AdN / AoS)

Einleitung: Das Grundproblem und eine neue Definition

Unser aktuelles Wirtschaftssystem, oft vereinfacht „Kapitalismus“ genannt, definiert der Autor als eine Herrschaftsform, in der die Interessen der Kapitalisten – also derjenigen, die über gewinnbringendes Vermögen verfügen – oberste Priorität haben. Dies führt dazu, dass der Besitz von Vermögen stärker belohnt wird als produktive Arbeit. Geld und Land werden künstlich knapp gehalten, um daraus unverdiente Einkommen zu ziehen – durch Zinsen und Grundrente. Die Folge ist eine sich selbst verstärkende Ungleichheit, immer häufigere Krisen und die systematische Zerstörung unserer Lebensgrundlagen. Der Algorithmus der Nachhaltigkeit (AdN) ist ein Gegenentwurf: ein regelbasiertes, transparentes System, das Stabilität und Fairness über maximales Wachstum stellt und echte Marktfreiheit ohne Privilegien schaffen will.

Die drei Kernelemente

1. Die Liquiditätsumlage (Liquidity Levy – LL)

  • Was ist das? Eine tägliche Gebühr auf täglich verfügbare Geldguthaben (Girokonten, Sichteinlagen, digitales Zentralbankgeld). Sie wird automatisch berechnet und einbehalten.

  • Warum? Geld ist ein öffentliches Gut – ein Tauschmittel, kein Spekulationsobjekt. Wer Geld hortet, behindert seine Funktion. Die LL macht Horten unattraktiv und zwingt Geld in den Wirtschaftskreislauf. Sie ist das Schwesterinstrument des „Sustainability Pulse“ im globalen Klimasystem.

  • Wie hoch? Beispielhaft 0,02% pro Tag (~7,3% p.a.). Der Satz wird von der Zentralbank festgelegt, um eine existenzsichernde Universaldividende zu ermöglichen.

  • Effekt:

    • Geld wird ausgegeben oder investiert statt gehortet.

    • Der Kreditmarkt bildet echte Angebot/Nachfrage ab – Zinsen sinken auf ein natürliches Minimum.

    • Die Zentralbank erhält ein direktes Werkzeug zur Geldmengensteuerung (mehr LL einziehen als UD auszahlen bekämpft Inflation, umgekehrt die Deflation).

2. Die Bodenwertumlage (Land Value Levy – LVL) / Bodenwertsteuer (Land Value Tax – LVT)

  • Was ist das? Eine regelmäßige Abgabe auf den Wert von Grund und Boden – getrennt vom Wert der darauf befindlichen Gebäude.

  • Zwei Modelle:

    • Bodenwertsteuer (LVT): Für Siedlungs- und Gewerbeflächen. Ziel ist der schrittweise Ersatz aller anderen Steuern, besonders auf Arbeit (Lohn- und Einkommensteuer).

    • Bodenwertumlage (LVL): Für alle anderen natürlichen Ressourcen (Land- und Forstwirtschaft, Bodenschätze, Funkfrequenzen). Die Einnahmen fließen vollständig in die Universaldividende.

  • Warum? Der Wert von Grund und Boden entsteht durch die Gemeinschaft (Infrastruktur, Nachbarschaft), nicht durch den Eigentümer. Diese „Grundrente“ soll der Gemeinschaft zugutekommen.

  • Effekt:

    • Kein spekulatives Leerhalten von Grundstücken mehr.

    • Massive Entlastung von Arbeitseinkommen, da andere Steuern ersetzt werden.

    • Kommunen profitieren direkt und können resilienter werden.

3. Die Universelle Dividende (Universal Dividend – UD)

  • Was ist das? Eine regelmäßige, bedingungslose Zahlung an alle legalen Einwohner – jedes Kind, jeden Erwachsenen, jeden Rentner.

  • Finanzierung: Ausschließlich aus den Einnahmen der Liquiditätsumlage (LL) und der Bodenwertumlage (LVL).

  • Warum? Sie ist keine Sozialleistung, sondern die monetäre Dividende, die jeder Bürger für seinen Anteil am gemeinsamen Erbe (Geld als Tauschmittel, Boden, Ressourcen) erhält. Sie ist eine Vergütung für einen ressourcenschonenden Lebensstil.

  • Höhe: Berechnet sich als: UD = (Einnahmen aus LL + Einnahmen aus LVL) / Anzahl der Anspruchsberechtigten

  • Effekt:

    • Existenzsicherung und Entkopplung vom Wachstumszwang.

    • Ersetzt komplexe Sozialsysteme (Hartz IV, Kindergeld, etc.).

    • Gibt Verhandlungsmacht auf dem Arbeitsmarkt und ermöglicht neue Arbeitskultur.

    • Ermöglicht ökologischen Umbau ohne soziale Verwerfungen.

Der Kreislauf: Wie alles zusammenhängt

  1. Jeder zahlt für die Nutzung gemeinsamer Güter: Wer Geld hortet, zahlt Liquiditätsumlage. Wer Land besitzt, zahlt Bodenwertabgabe/-steuer.

  2. Alle Einnahmen fließen in einen Topf und werden gleichmäßig an alle Bürger als Universelle Dividende ausgeschüttet.

  3. Das Geld fließt in die Wirtschaft (Konsum, Investitionen).

  4. Die Empfänger haben wieder Guthaben – auf die erneut Liquiditätsumlage fällig wird.

  5. Der Kreislauf schließt sich. Die Gesamtgeldmenge bleibt stabil. Es wird kein neues Geld gedruckt – es wird nur umverteilt.

Die selbstregulierende Dynamik (Das Gesetz der dynamischen Angleichung)

Das System hat eine eingebaute Tendenz zur Mitte und kehrt den Zinseszinseffekt um:

  • Wer unterdurchschnittlich viel Geld hortet, erhält mehr UD als er LL zahlt – sein Vermögen wächst (er holt auf).

  • Wer überdurchschnittlich viel Geld hortet, zahlt mehr LL als er UD erhält – sein Vermögen schrumpft relativ (es nähert sich dem Durchschnitt).

Die Transparente Zentralbank (Transparent Central Bank – TCB)

Sie ist die operative Umsetzung. Ihr Kernversprechen: Vertrauen durch Nachvollziehbarkeit, nicht durch Autorität.

  • Vier Säulen:

    1. Offene Algorithmen (Open Source): Der gesamte Regelcode ist öffentlich einsehbar.

    2. Automatische Regelsteuerung: Die Zentralbank handelt nicht nach Ermessen, sondern führt festgelegte Regeln aus.

    3. Datenschutz durch Architektur: Keine Transaktionsüberwachung, pseudonyme Konten (Zuordnung nur bei richterlicher Anordnung), Bargeld bleibt erhalten.

    4. Trennung von der Kreditvergabe: Die TZB setzt nur den LL-Satz fest. Der Kreditzins bildet sich frei am Markt.

Die „Transformative Phase“ und Inflationskontrolle

Die Einführung kann eine Phase struktureller Preisanpassungen auslösen (z.B. durch höhere Rohstoffpreise). Dies ist eine gewollte Korrektur, keine Inflation. Eine echte Inflation wird durch das Zusammenspiel von UD und LL verhindert:

  • Preisverschiebung vs. Inflation: Einige Güter werden teurer (Ressourcen), andere billiger (Waren ohne Zinslast). Die UD kompensiert die Grundbedürfnisse.

  • Direkte Geldmengensteuerung: Bei Inflation zieht die Zentralbank mehr Geld über die LL ein, als sie als UD auszahlt. Die Geldmenge schrumpft.

Der Implementierungsfahrplan (abgestuft, indikatorgesteuert)

Der AdN ist eine Treppe, kein Sprung. Die Einführung ist evolutionär und wird durch Stoppkriterien gesichert.

Phase 1: Der „Soziale AoS“ – Fundament legen und Arbeit befreien

Die ersten Einnahmen aus LL und LVL werden zweckgebunden für zwei unbestrittene Ziele verwendet:

  1. Finanzierung einer solidarischen Kranken- und Pflegeversicherung für alle.

  2. Einführung einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EUV) für Menschen, die nicht arbeiten können (Kranke, Behinderte, Alte) und nicht arbeiten sollen (alle Kinder erhalten ein Kindergrundeinkommen).

  • Das entscheidende Ergebnis: Arbeit wird steuer- und abgabenfrei. Lohn- und Einkommensteuer sowie Sozialabgaben entfallen. Die Frage der „Faulheit“ stellt sich nicht, da gesunde Erwachsene kein bedingungsloses Einkommen erhalten.

Phase 2 & 3: Steuervereinfachung und -ersatz

  • Ersatz der Grundsteuer durch die LVT.

  • Vollständige Abschaffung der Lohn- und Einkommensteuer.

Phase 4: Die demokratische Option

Nach erfolgreicher Umsetzung kann die Gesellschaft demokratisch entscheiden, ob die EUV zu einer vollen Universaldividende für alle Bürger ausgeweitet wird.

Die Stoppkriterien

Der gesamte Prozess wird angehalten, wenn:

  • A: Der theoretische Bedarf (Warenkorb) gedeckt ist.

  • B: Ein Stabilitätsindikator gefährdet ist (siehe unten).

  • C: 90% der Sozialhilfeempfänger freiwillig auf die UD umsteigen (Akzeptanz).

Erfolgsindikatoren (statt BIP)

  1. Sicherung der Grundversorgung für alle.

  2. Stabilität der Gesamtverschuldung.

  3. Abbau der Sozial- und Fiskalbürokratie.

  4. Breiter Vermögensaufbau der Mehrheit.

  5. Kaufkrafterhalt der UD.

  6. Infrastrukturqualität.

  7. Spürbarer Bürokratieabbau.

Internationale Dimension

Die Zone fairer Standards (Fair Standards Zone)

Ein Bündnis von Ländern, die den AdN umsetzen.

  • Untereinander: zollfreier Handel.

  • Nach außen: Ausgleichszölle auf Importe aus Ländern mit niedrigeren Standards.

Globale Erweiterungen (GCC & GRC)

  1. Global Carbon Coin (GCC) – fürs Klima: Jeder Bürger erhält täglich GCC (Klimadividende). Förderer müssen GCC kaufen und „verbrennen“. Ein „Sustainability Pulse“ verhindert Hortung und finanziert einen Umweltfonds.

  2. Global Resource Coin (GRC) – für kritische Rohstoffe: Gleiches Prinzip für endliche Rohstoffe (Tantal, Seltene Erden, Phosphor, aber auch für Pestizide oder Antibiotika). Jede Primärförderung muss durch GRC gedeckt sein, was Recycling wirtschaftlich macht.

Resilienz in der Krise

Der AdN ist auch für den Blackoutfall ausgelegt. Die kommunale Ebene ist der Resilienzanker:

  • Die Bodenwertumlage ist an physische Grundstücke gebunden und kann über Papierkataster nachgefordert werden.

  • Kommunen können regionale Ersatz-Liquiditätsumlagen (nach dem Vorbild Wörgls) oder offline-fähige Zahlungssysteme (wie PIX in Brasilien) vorbereiten.

  • Dezentrale Energie (z.B. Balkonkraftwerke) kann die nötige Infrastruktur für Notzahlungen mit Strom versorgen.

Wer gewinnt? Wer zahlt?

  • Nettoempfänger (über 90%): Menschen mit geringen Geldvermögen, Familien, ressourcensparend Lebende.

  • Nettozahler: Menschen mit sehr hohen Geldvermögen, große Grundbesitzer, überdurchschnittliche Ressourcennutzer. Auch sie gewinnen durch systemische Stabilität und eine lebenswerte Zukunft.

Warum Kapitalflucht den AoS nicht gefährdet

  • Boden (LVT/LVL) ist nicht flüchtbar. Die Abgabenpflicht bleibt bestehen.

  • Geld (LL) haftet an der Währung. Wer sein Geld umtauscht, überträgt es nur auf ein anderes inländisches Konto, auf dem sofort die LL fällig wird.

  • Das No-Bailout-Prinzip beendet „Too big to fail“ und lenkt Kapital in produktive, standortgebundene Investitionen.

Die wichtigsten Missverständnisse – kurz widerlegt

Kritik Antwort
„Das ist Sozialismus!“ Nein – es ist marktwirtschaftlicher als heute. Es beseitigt Privilegien (Geld- und Bodenrente) und schafft echten Wettbewerb.
„Das enteignet Sparer!“ Für die überwiegende Mehrheit wachsen die Ersparnisse trotz negativer Zinsen – weil die UD eine viel höhere Sparrate ermöglicht.
„Das führt zu Inflation!“ Die UD schafft keine neue Kaufkraft, sie verteilt nur um. Die LL ist ein direktes Werkzeug gegen Inflation.
„Dann geht doch keiner mehr arbeiten!“ Pilotprojekte weltweit zeigen das Gegenteil: Menschen arbeiten sinnstiftender, gründen mehr Firmen, übernehmen mehr Care-Arbeit.
„Das ermöglicht totale Überwachung!“ Falsch. Der AdN ist auf Datensparsamkeit ausgelegt (pseudonyme Konten, keine Transaktionsspeicherung, Bargeld bleibt). Der Staat weiß am Ende weniger über seine Bürger.
„Ohne Steuererklärung gibt es keine Wirtschaftsstatistik mehr!“ Der AdN schafft bessere Daten: tägliche, anonymisierte Daten zu Vermögen, Bodenwerten und der Kaufkraft der UD.
„Das können wir nie gegen die Eliten durchsetzen!“ Ein einzelnes Pionierland kann starten. Die „Elite“ ist kein Block; es gibt eine „Stabilitätskoalition“ (z.B. Rückversicherer, langfristige Familienunternehmen), die den AdN unterstützen würde.

Was jetzt getan werden kann

  • Individuell: Darüber sprechen, das Buch teilen, Fragen stellen.

  • Fachlich (Open Source): Die technische Infrastruktur (z.B. für LL, GCC) mitentwickeln.

  • Kommunal: Rechtliche Spielräume prüfen, sich als „AoS-Kommune“ bekennen, Bürgerdividenden aus einer kommunalen Bodenwertabgabe vorbereiten.

  • Unternehmerisch: Eigene Geschäftsmodelle prüfen, die „Stabilitätskoalition“ vorbereiten.

  • National: Den AoS als Krisenreserve vorbereiten (Gesetze ausarbeiten, Inkrafttreten an einen Krisenfall koppeln).

  • International: Pioniere vernetzen, Mindeststandards aushandeln.

Die Frage ist nicht, ob wir es uns leisten können, diesen Pfad zu beschreiten. Die Frage ist, ob wir es uns leisten können, es nicht zu tun.

 

Das vollständige Manuskript gibt es hier: Download
By |2026-04-12T18:08:49+02:00November 10th, 2025|BLOG, TEASER|Kommentare deaktiviert für Zusammenfassung „Der Algorithmus der Nachhaltigkeit“

Vermögensbildung mit einer Liquiditätsumlage

Vermögensbildung mit einer Liquiditätsumlage

Was passiert, wenn von dem persönlichen Girokonto, auf welches die Liquiditätsumlage eingezahlt wird (LU-Konto), ansonsten kein weiteres Geld eingezahlt , oder abgehoben wird?

Wenn täglich 1% der durchschnittlichen Liquidität* als Grundeinkommen auf das Konto eingeht und täglich 1% des Kontostandes abgebucht wird, tendieren alle LU-Kontostände zum Durchschnitt*.

Wer bei einem Kontostand von 0€ startet (Grafik 1; A) , hat nach einen halben Jahr ein Guthaben, welches etwa 84% des Durchschnitts* entspricht. Wer mit dem doppelten Durchschnitt* (Grafik 1; C) als Guthaben beginnt, hat nach dem gleichen Zeitraum noch ein Guthaben in Höhe von etwa 116%.

Nach zwei Jahren liegen beide Konten bei fast genau 100%. Ein Grundeinkommen-Konto das mit 100% gestartet ist (Grafik 1; B), bleibt immer auf 100%.

Grafik 1

Sparen

Um die Zahlungen durch die Liquiditätsumlage zu reduzieren, kann man u.a. Bar- und Giralgeld, welches man aktuell nicht braucht, möglichst langfristig verleihen. Durch die Liquiditätsumlage ergibt sich eine marktgerechte Verzinsung.

Legt man die Zahlen aus der Beispielrechnung zugrunde, kann man mit dem Grundeinkommen jeden Monat mindestens 585 € pro Person zurücklegen. Sofern man seinen Lebensunterhalt nicht mit der Liquiditätsumlage bestreitet, sondern z.B. durch Arbeit. Bei einer 0% Verzinsung** hat man so nach fünf Jahren ein Guthaben etwa 35.000,00 €. (Grafik 2; A) Bei einem drei Personenhaushalt läge das gesamte Sparguthaben dementsprechend bei etwa 105.000 €.

Angleichung der Vermögen

Wenn die Wirtschaftsleistung schrumpft, sinkt auch die Nachfrage nach Krediten, damit dann auch die Verzinsung**. Durch den konsequenten Schutz unserer Lebensgrundlagen würde in den wirtschaftlich starken Ländern die Wirtschaftsleistung vermutlich sinken. Das geschieht, weil der enorme Verbrauch natürlicher Ressourcen dieser Länder wohl nicht mehr wirtschaftlich wäre.

Angenommen die marktgerechte Verzinsung** würde dann bei -5%/a liegen. Mit dem Ansparen des Grundeinkommens hätte man in dem Fall in fünf Jahren ein Guthaben von fast 30.000,00 €/C (Grafik 2; B).

 

Grafik 2

Wer jedoch 1 Million Euro langfristig verliehen hat, wird bei einer Verzinsung von -5% pro Jahr nach fünf Jahren noch knapp 774.000,00 € /C übrig haben. Trotz Ansparen des Grundeinkommens.

Da die Guthaben der einen, die Schulden der anderen sind, wird bei einer Verzinsung von -5% pro Jahr die Gesamtverschuldung aller Marktteilnehmer in fünf Jahren um etwa 30% zurückgehen.

Bei solch niedrigen Zinsen ist der Kauf, oder die Sanierung von selbstgenutztem Wohneigentum sinnvoll. Dadurch kann sich auch die Vermögensverteilung im Immobilienbereich annähern.

Mit einer existenzsichernden Liquiditätsumlage und einer Bodenwertsteuer, die zumindest die Lohn- und Einkommensteuer ersetzt, wird die reine Existenzsicherung und der Finanzierung öffentlichen Haushalte, von der Erwerbsarbeit entkoppelt. So kommt es bei einer schrumpfenden Wirtschaftsleistung kaum zu bedrohlichen Situationen.

Fazit

Mit der Umsetzung der vier Einsichten ist es egal ob die Wirtschaft wächst oder schrumpft. Bezogen auf dem Median, werden die privaten Geld- und Immobilienvermögen wachsen, weil es zu einer Angleichung der Vermögen kommen wird. Das gilt gleichermaßen für wirtschaftlich starke und schwache Länder, welche die Reformen durchführen.

 

* Summe von Bar-, Giral- und Tagesgeld geteilt durch Einwohner des Währungsraums. Das Entspricht 29.448,91€/C in der Eurozone (Stand Juli 2024)

** Gemeint ist der Zinssatz für langfristig verliehenes Geld an einen verlässlichen Schuldner. Das wären dann die Kreditinstitute, die öffentliche Hand und Privatpersonen die gute Sicherheiten bieten, z.B. Immobilien.

By |2026-01-15T07:47:20+01:00Dezember 2nd, 2024|BLOG, TEASER|0 Comments

Die Einführung der Reformen

Die Einführung der Reformen

Die Umsetzung der vier Einsichten wird eine ganze Menge Veränderungen mit sich bringen. Allerdings werden mit großer Wahrscheinlichkeit ohnehin große Veränderungen auf uns zukommen. Either by design or by disaster. Politik die den Leuten verspricht, dass sie weiter leben können wie bisher, ist nicht ehrlich.

Es wichtig den Leuten zu sagen, was mit diesen Reformen auf sie zu kommt. Nämlich, dass viele sich umstellen werden müssen. Dass man sich aber das Lebensnotwendige immer leisten kann. Wenn man einigermaßen flexibel ist, wird man dann auch immer fair bezahlte Arbeit finden.

Um den Marktteilnehmern die Möglichkeit zu geben, sich auf die veränderten Bedingungen einzustellen, ist eine schrittweise Einführung der vier Einsichten sinnvoll. Die Bodenwertsteuer würde nach einem genauen Plan angehoben und ersetzt dann die jetzige Grundsteuer und einen immer größeren Teil der Lohn- und Einkommensteuer.

Ähnlich kann es bei der Liquiditätsumlage laufen. Das so generierte Grundeinkommen, ersetzt dann immer mehr der jetzigen Sozialleistungen und entlastet so die öffentlichen Haushalte. Natürlich wäre dann das Grundeinkommen zumindest am Anfang nicht existenzsichernd.

Die schrittweise Einführung ermöglicht es auch, die Entwicklung zu beobachten. So kann man gegebenenfalls nachjustieren, oder sogar das Projekt stoppen, wenn negative Entwicklungen überwiegen.

Da mit der Umsetzung der vier Einsichten leistungslose Vermögenseinkommen, die sogenannten ökonomischen Renten, sinken werden, ist mit starkem Widerstand von den Vermögensverwaltern bei Banken, Fonds, Aktiengesellschaften, etc. zu rechnen. Es ist ihr Job dagegen zu sein, da es ihre Aufgabe ist, Gewinne für ihre Anleger zu generieren. Das sollte man immer im Hinterkopf behalten, wenn die Maßnahmen kritisiert werden.

Daher muss vorher klar sein, welche Entwicklungen man erwarten kann. Man sollte z.B. nicht so sehr auf die Entwicklung des Bruttoeinlandprodukts BIP achten. Aussagekräftiger ist es zu beobachten, ob sich die negativen Entwicklungen ergeben, die befürchtet werden, wenn das BIP nicht wächst.

Nachfolgend ein paar Punkte, an denen der Erfolg der Maßnahmen gemessen werden kann:

1.Versorgungssicherheit in systemrelevanten Bereichen wie Ernährung, Wohnen, Gesundheit ist gewährleistet.

2. Die Gesamtverschuldung (Private Wirtschaft, öffentliche Haushalte, private Haushalte) sollte nicht steigen (Bezogen auf wirtschaftlich starke Länder)

3. Die steuerfinanzierten Sozialausgaben sollten in der Summe sinken.

4.  Für die Mehrheit der privaten Haushalte sollten die Geld- und Immobilienvermögen größer werden.

5. Die Liquiditätsumlage muss so hoch sein das sie mögliche Teuerungen für lebensnotwendige Waren und Dienstleistungen kompensiert.

6. Die Qualität der Infrastruktur sollte besser, oder zumindest nicht schlechter werden. Sie soll möglichst reibungslos ihren Zweck erfüllen.

7. Es gibt einen Bürokratieabbau. Das gilt besonders für die Bereiche Steuer und Soziales. Aber auch die grundlegenden Maßnahmen zum Schutz unsere Lebensgrundlagen bedeuten, dass viele kleinteiligeRegelungen nicht mehr gebraucht werden. Mit einem wirkungsvollen Emissionshandel kann man z.B. auf die meisten Gesetze zur Energieeinsparung verzichten.

By |2024-11-18T07:16:47+01:00November 18th, 2024|BLOG, TEASER|0 Comments

Trotz Grundeinkommen, wäre es möglich weniger für leistungslose Einkommen aus zugegeben

Trotz Grundeinkommen, wäre es möglich weniger für leistungslose Einkommen aus zugegeben

Die Entlastung ergibt sich, weil durch die Umsetzung der vier Einsichten die Einnahmen aus Vermögensgewinnen sinken werden. Wie das?

Durch die Bodenwertsteuer sinken die Einkommen aus der Bodenrente, weil sich das Angebot an Wohnraum vergrößert und der Anteil der selbstgenutzten Immobilien steigt. Die bisherigen Mieter werden so entlastet und können Vermögen aufbauen.

Allein im Immobilensektor ist eine Entlastung von mehr als 400 Mrd €/a möglich

Das gesamte Immobilienvermögen in Deutschland wird mit etwa 19 Billionen €  angegeben. Dreiviertel davon gehört dem reichsten Fünftel der Bevölkerung. Nettomieteinnahmen sollten mindesten drei Prozent des Vermögenswertes einbringen. Daher kann man davon ausgehen, dass dem reichsten 20% mindestens 400 Milliarden € pro Jahr zufließen. Entsprechend groß ist die mögliche Entlastung die sich dann ergibt.

Die Liquiditätsumlage sorgt für einen marktgerechten Zins. Das bedeutet das die Guthabenverzinsung auch unter 0% sinken kann, wenn nur eine geringe Nachfrage nach Krediten besteht. Bei einem gesättigten Markt wird die langfristige Verzinsung eines Kredits an einen zuverlässigen Schuldner etwa bei 0% liegen.

So werden nicht nur die privaten Schuldner entlastet, sondern alle Verbraucher. Weil die Zinslasten der beiden größten Schuldner, die private Wirtschaft und an zweiter Stelle die öffentliche Hand, letztendlich vom Endverbraucher gezahlt werden.

Mehr als die Hälfte des deutschen Aktienvermögens gehören 141 Familien

Auch die Einnahmen aus Dividenden werden geringer ausfallen. Zum einem weil sich die Dividenden an den möglichen Zinsgewinnen für eine Geldanlage orientieren. Zum anderen weil es sich ein Aktienunternehmen dann nicht mehr leisten kann, Dividenden und hohe Boni an die Manager auszuzahlen und gleichzeitig bei den Löhnen für die Beschäftigen zu sparen. Durch das Grundeinkommen droht den Unternehmen dann, dass ihnen die Mitarbeiter weglaufen.

Durch die Maßnahmen werden also vor allem diejenigen verlieren, die über sehr große Vermögenseinkommen verfügen. Aufgrund der sehr ungleichen Vermögensverteilung betrifft das vor allem das reichste eine Prozent.

Es gewinnt wer arbeitet und/oder bescheiden lebt

Da alle Vermögensgewinne letzendlich von den Endverbrauchern (also wir alle) finanziert werden, gewinnen vor allem Erwerbstätige und Leute mit einem bescheidenen Lebensstil durch die Umsetzung der vier Einsichten. Ob man dann zu den Gewinnern oder Verlierern gehört, kann jeder leicht selber überschlagen, indem man das Grundeinkommen ins Verhältnis zu seinen jetzigen Vermögensgewinnen setzt.

Wenn man, wie in der Beispielrechnung, das Nettogrundeinkommen 22,50 € pro Tag beträgt heißt das, dass man erst ab einem Vermögensgewinn von mehr als 8200 €/Jahr Verlust macht, sofern alle Vermögensgewinne (ökonomische Renten) verschwinden würden. Erwerbstätige gewinnen zusätzlich, weil die Lohn- und Einkommenssteuer wegfällt. Das Nettoeinkommen entspricht dann dem Bruttoeinkommen.

By |2024-12-13T11:58:01+01:00August 12th, 2024|BLOG, TEASER|0 Comments

Es gibt kein demographisches Problem,…

Es gibt kein demographisches Problem – sondern ein Verteilungsproblem

Weil die Menschen bei uns immer älter werden, können wir es uns angeblich nicht mehr leisten, allen eine ausreichende Rente zu zahlen. Deshalb fordern Experten immer wieder eine Anhebung des Rentenalters. Doch vergleicht man die Zahlen des statistischen Bundesamts von 1970 und 2023, merkt man, dass an dieser Aussage etwas nicht stimmen kann.

Obwohl es 1970 eine Vollbeschäftigung gab (weniger als 0,2 % Erwerbslose), lag der Anteil der Bevölkerung, die einer Erwerbsarbeit nachgingen, etwa ein Fünftel unter dem Wert von 2023 (44 % zu 54,2 %). Der Anteil der Rentner war damals niedriger, aber es gab mehr Kinder und nichtberufstätige Frauen.

Im Durchschnitt arbeitete damals jeder Erwerbstätige zwar deutlich mehr als 2023. Mit der heutigen Produktivität (preisbereinigt) hätte es aber gereicht, wenn alle Erwerbstätigen etwa 20 Stunden pro Woche gearbeitet hätten, um das damalige Bruttoinlandsprodukt zu erwirtschaften.

Warum war damals Geld weniger knapp als heute?

Um 1970 reichte meist ein Einkommen, um eine ganze Familie zu versorgen. Viele Kommunen bauten damals unter anderem Schwimmbäder, die in den letzten Jahren wieder geschlossen werden, weil man nicht mal die Betriebskosten aufbringen kann. Wo ist das ganze Geld hingegangen?

Die Ursache liegt vor allem in den sogenannten ökonomischen Renten, wie Pacht, Miete, Zins. Diese bewirken eine selbstverstärkende Vermögensverteilung. Je mehr gewinnbringendes Vermögen wie Immobilien oder Geld man besitzt, umso schneller wird man noch reicher.

Die Gesellschaft hat immer mehr geleistet, um eine Minderheit unvorstellbar reich zu machen.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache

Die Gegenüberstellung ist ernüchternd:

  • Die gesamten Mehrausgaben für die Alterung der Gesellschaft werden auf etwa 100–150 Milliarden Euro jährlich geschätzt.

  • Allein die Netto-Mieteinnahmen aus Wohnimmobilien liegen konservativ bei über 200 Milliarden Euro pro Jahr. Die gesamtwirtschaftliche Zinslast addiert hunderte weitere Milliarden.

Die finanzielle Belastung durch die Alterung liegt also in einer ähnlichen Größenordnung wie der jährliche Finanzabfluss in Form von leistungslosen Vermögenseinkünften. Wir haben nicht zu wenig Produktivität oder zu viele Alte – wir haben ein System, das einen stetig wachsenden Teil unseres gemeinsam erwirtschafteten Wohlstands in die Taschen von Vermögensbesitzern umleitet.

Eine konkrete Lösung: Der Algorithmus der Nachhaltigkeit (AdN)

Mit der Umsetzung des Algorithmus der Nachhaltigkeit (AdN) würden diese ökonomischen Renten minimiert. Sein dreiteiliger Ansatz zeigt einen Weg:

  1. Eine Bodenwertumlage schöpft die spekulative Grundrente ab.

  2. Eine Liquiditätsumlage beendet die immense Zinslast auf der Realwirtschaft.

  3. Eine Universelle Dividende führt die Erlöse aus diesen Gemeinschaftsgütern als sicheres Grundeinkommen an alle zurück.

Es wäre dann leicht, nicht nur alten Menschen ein anständiges, würdevolles Leben zu ermöglichen, sondern allen Menschen – und das bei konsequentem Schutz unserer Lebensgrundlagen.

Um noch eins klar zu machen: Es geht hier nicht um Schuld oder Feindbilder. Ob jemand arm oder reich ist, ist letztendlich immer Zufall. Es sind Systemfehler, die beseitigt werden müssen.

 

By |2026-01-31T10:33:25+01:00April 1st, 2024|BLOG, TEASER|0 Comments

Grundeinkommen und Inflation

Grundeinkommen und Inflation

Ein Argument gegen das Grundeinkommen das häufig genannt wird, ist dass damit eine Inflation ausgelöst würde. Stimmt das?

Richtig ist, dass sich mit der Einführung dieses Grundeinkommens die Preise verschieben werden. Durch den konsequenten Schutz unserer Lebensgrundlagen werden z.B. viele Rohstoffe teurer werden. Durch Angebot und Nachfrage werden auch die Löhne für notwendige Arbeiten, die für die Mehrheit unattraktiv sind, ansteigen. Das gilt z.B. für manche Tätigkeiten in der Pflege, dem Handwerk und der Landwirtschaft.

Aber ist das eine Inflation? Wenn z.B. der Fleischpreis steigt, muss ein Haushalt der sein gesamtes, gleichbleibendes Einkommen ausgibt, entweder weniger Fleisch konsumieren, oder an anderer Stelle Ausgaben einsparen. Das heißt an irgendeiner Stelle sinkt die Nachfrage für ein Produkt.

Das gilt genauso für die Volkswirtschaft. Wenn das Verhältnis von Geldmenge M1 und Umlaufgeschwindigkeit zum Bruttoinlandsprodukt gleich bleibt, kann es deshalb keine Inflation geben.

Durch eine automatische Anpassung der Liquiditätsumlage kann sichergestellt werden, dass immer alle in der Lage sind sich mit dem Lebensnotwendigen zu versorgen. Die Nachfrage wird dann nur in den Bereichen sinken, die nicht lebensnotwendig sind. Nach einer Weile werden sich die Preise aber weitgehend stabilisiert haben, damit werden auch weitere Erhöhungen des Grundeinkommens unnötig. Trotz der Anpassungen werden fast alle Grundeinkommensbezieher finanziell gewinnen.

Ein Grundeinkommen das gesetzlich so bemessen sein muss, dass es an nahezu jedem Ort existenzsichernd ist, kann jedoch dazu führen das eine Preisspirale im Immobilienbereich in Gang gesetzt wird. Weil dann möglicherweise viele Leute in die coolen Gegend ziehen wollen. Dadurch steigt die Nachfrage nach Wohnraum und so auch die Mieten und Immobilienpreise, zur Freude der Immobilieneigentümer und Immobilienspekulanten. Das macht eine Anpassung des Grundeinkommens nötig und der ganze Prozess kann sich vorsetzen.

Daher ist es besser das Grundeinkommen so zu bemessen, dass es hauptsächlich in Gegenden mit relativ niedrigen Immobilienpreisen existenzsichernd ist. Damit entspannt sich die Lage am Immobilienmarkt. Zumindest übergangsweise kann das Bürgergeld das Grundeinkommen ergänzen, damit mit Einführung der vier Einsichten niemand gezwungen ist aus einer teuren Gegend zu ziehen. Langfristig sollte aber aber das Ziel sein, dass jeder selbst verantwortlich ist einen höheren Lebensstandard abzusichern, als mit dem Grundeinkommen möglich ist. Dazu gehört auch in einer gefragten Gegend zu wohnen.

Eine echte Inflation, also wenn sich das Verhältnis von Geldmenge M1 und Umlaufgeschwindigkeit zum Bruttoinlandsprodukt ändert, kann mit der Liquiditätsumlage wirkungsvoll verhindert werden. Weil die Zentralbank damit ein Instrument bekommt, mit der die Geldmenge sehr genau gesteuert werden kann. Auch weil durch das Grundeinkommen der Warenkorb zur Messung der Preisstabiltät stark reduziert werden kann, was die Messung genauer macht.

By |2024-04-20T12:15:33+02:00Januar 5th, 2024|BLOG, TEASER|0 Comments

Welche Gesetze braucht man dann noch?

Welche Gesetze braucht man dann noch?

In den letzten 18 Jahren meiner Selbstständigkeit gehe ich in „Vorstellungsgespräche“ nicht mit dem Wunsch „Hoffentlich bekomme ich den Auftrag“, sondern mit der mit der Einstellung „Mal sehen ob‘s passt“. Seit dem sind diese Treffen sehr viel angenehmer. Es geht bei den Gesprächen meistens um einen Einsatz bei Auslandsprojekten für mittelständische Unternehmen, über die Dauer von einigen Wochen oder Monaten.

Ob es passt hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Die Bezahlung ist nur einer davon. Die Bezahlung entspricht meistens dem Marktüblichen. Sollte mich ein Auftrag aus irgendeinem Grund besonders interessieren, etwa weil mich die Aufgabe reizt, würde ich auch für wenig Geld arbeiten um einen Vorteil gegenüber Mitbewerbern zu bekommen. Ein vorgeschriebener Mindestlohn würde hier nur stören.

Manchmal habe ich die Bedingungen nur mündlich mit dem Auftraggebenden besprochen (es gab also keinen schriftlichen Vertrag), das war möglich weil wir uns gegenseitig vertrauten. Hätte der Auftraggeber sich nicht an die Vereinbarung gehalten, hätte ich schlimmstenfalls eine Weile für lau gearbeitet. Ich war bereit das Risiko einzugehen.

Hätte ich das Gefühl der Auftraggeber zieht mich über den Tisch, würde ich die Arbeit sobald wie möglich beenden und im Zweifelsfall nicht wieder für diesen Auftraggeber arbeiten. Das ist aber noch nicht vorgekommen.

Ich kann das machen weil ich genügend Rücklagen habe und deshalb nicht auf den Auftrag angewiesen bin. Mit dem vorgeschlagenen Grundeinkommen könnte fast jeder arbeitsfähige Mensch die Bedingungen für einen Job aushandeln wie ich, sofern man im Zweifelsfall bereit ist eine Weile nur von dem Grundeinkommen zu leben.

Selbstverständlich sind die Bedingungen für jeden anderes. So wird für viele eine dauerhafte, regelmäßige Arbeit eine Bedingung sein. Das gilt für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber.

Wo ist der Unterschied zwischen einer Anstellung und einer Selbstständigkeit wenn das Grundeinkommen wie vorgeschlagen finanziert wird? Welche arbeitsrechtlichen Gesetze braucht man dann noch? Das wird man erst entscheiden können, wenn es soweit ist. Bestimmt werden aber sehr viele Gesetze überflüssig werden. Nicht nur im Arbeits- Steuerrecht. 

By |2023-12-28T15:49:39+01:00Dezember 28th, 2023|BLOG, TEASER|0 Comments

Wer zahlt?

Wer zahlt?

Wie in den beiden vorherigen Blogbeiträgen erklärt, würden fast alle Haushalte von dem Vorschlag profitieren Lohnnebenkosten, sowie Lohn- und Einkommensteuer durch eine Bodenwertsteuer  und eine Liquiditätsumlage zu ersetzen. Aber wer zahlt dann letztendlich?

Liquiditätsumlage

Nettozahler* der Liquiditätsumlage sind erst mal die Marktteilnehmer, die täglich im Durchschnitt mehr Bar-, Giral-, und Tagesgeld halten als der pro Kopf Durchschnitt im Währungsraum.

Bezogen auf die Eurozone wären das mehr als 30 Tausend € pro Einwohner.

Pro Kopf Geldmenge M1 Eurozone

= Geldmenge M1 : Einwohner Eurozone

= 10.398.104 Mio € : 341,925 Mio Einwohner

= 30.410 €/Einwohner

Wenn, wie im Blogbeitrag „So gut wie keine Verlierer“ beschrieben, die Geldmenge M1 von der EZB auf ein Zehntel reduziert würde, wäre das immer noch mehr als 3.000 €/Einwohner.

Mit einem durchschnittlichen täglichen Girokontostand von mehr als 3.000 € pro Person, sollten fast alle privaten Haushalte der Eurozone in der Lage sein ihre privaten Ausgaben zu zahlen.

Nettozahler wären dann die Marktteilnehmer denen ständig Geld (Liquidität) zufließt. Das wären vor allem erfolgreiche Unternehmen. Diese würden die Belastung durch die Liquiditätsumlage, wie alle Kosten, auf ihre Produkte umlegen.

So würden letztendlich die Endverbraucher die gesamte Liquiditätsumlage zahlen. Also wir alle. Das bedeutet Nettozahler wären schließlich die, die im Währungsraum überdurchschnittlich konsumieren.

In der Eurozone wären das die Einwohner, die mehr als 42.000 € Konsumausgaben pro Jahr haben.

Pro Kopf BIP Eurozone

= Bruttoinlandsprodukt : Einwohner

= 14.380.000 Mio : 341,925 Mio Einwohner

= 42.056 €/c*a

Ein Single müsste entsprechend jeden Tag durchschnittlich mehr als 118 € für Konsum ausgeben, um zu den Nettozahlern der Liquiditätsumlage zu gehören. Eine dreiköpfige Familie mehr als 354 € pro Tag. Also muss ihr Einkommen mindesten 10.700 € pro Monat betragen.

Bodenwertsteuer

Die Bodenwertsteuer zahlt der Eigentümer eines Grundstücks entsprechend ihres Wertes und unabhängig von der Bebauung.

Beispiel:

Für ein 1000 m² großes Grundstück in einer Großstadt mit einem Bodenrichtwert von 1000 €/m² und einer Bodenwertsteuer von 5 % pro Jahr müsste der Eigentümer 50.000 € pro Jahr zahlen.

1000 m² x 1000 €/m² x 5 %/a : 100% = 50.000 € Bodenwertsteuer / Jahr

Diesen Betrag kann er auf die Mieter oder Pächter des Grundstücks umlegen. So zahlt letztendlich der Nutzer des Bodens. Wenn auf dem Grundstück z.B. ein sechsstöckiges Mehrfamilienhaus steht, in dem zwölf Mietparteien in zwölf gleichen Wohnungen wohnen, zahlt jede Mietpartei 4.167 € pro Jahr an Bodenwertsteuer.

50.000 €/a : 12 Mietparteien = 4.167 €/a *Mietpartei

Um heraus zu finden ob man mit der Bodenwertsteuer finanziell gewinnt oder verliert, muss man diese mit dem aktuellen Zahlungen für Lohn- oder Einkommensteuer ins Verhältnis setzen, da diese dann durch die Bodenwertsteuer ersetzt wird. Zusätzlich erhöht sich das Haushaltseinkommen durch die Liquiditätsumlage, entsprechend der Beispielrechnung „Brutto = Netto“ um 8.212,50 € pro Person und Jahr.

Im Blogbeitrag „So gut wie keine Verlierer“ gibt es einige Beispielrechnungen dazu.

Da die Bodenwertsteuer vom Eigentümer auch gezahlt werden muss, wenn ein Grundstück nicht oder kaum genutzt wird, wird der Eigentümer dieses Grundstück vermieten oder verpachten, damit er die Bodenwertsteuer auf die Nutzer umlegen kann. So vergrößert sich das Angebot an nutzbaren Boden, was zu günstigeren Immobilienpreisen führt.

Die Bodenwertsteuer welche die Unternehmen zahlen, legen diese natürlich ebenfalls auf die Preise ihrer Produkte um. Auch hier zahlen dann die Endverbraucher die Bodenwertsteuer, entsprechend wie viel Boden (Bodenwert) sie indirekt Beanspruchen.

Da die Erzeugung von 1 Kg Rindfleisch mindestens 50mal soviel Boden beansprucht wie 1 Kg Kartoffeln, wird z.B. Rindfleisch dann deutlich teurer werden.

Das bedeutet, je größer die persönliche Beanspruchung von Boden**, umso größer die Belastung durch die Bodenwertsteuer für den einzeln Endverbraucher. Auch das hängt stark vom Konsum ab.

Fazit

Nettozahler des Vorschlags „Brutto = Netto“ wäre das reichste Zehntel der Bevölkerung, da nur diese Bevölkerungsgruppe finaziell dauerhaft in der Lage ist überdurchschnittlich zu konsumieren. Den Löwenteil würde jedoch das reichste 1% der Gesamtbevölkerung tragen. Das wäre der Fall weil, dieses reichste 1% durch seinen extremen Konsum maßgeblich für die Übernutzung unserer Lebensgrundlagen verantwortlich sind. So ist z.B. das reichste eine Prozent der Weltbevölkerung für doppelt so viel Klimaschädliche Gase verantwortlich, wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung.

Würde das reichste eine Prozent ihren Lebensstandard reduzieren, sagen wir z.B. auf den aktuellen Durchschnitt der reichsten 20% der Bevölkerung, müsste sich der Rest der Bevölkerung kaum einschränken um unsere Lebensgrundlagen zu erhalten.

Die Einnahmen aus der Bodenwertsteuer und der Liquiditätsumlage würden sich dadurch kaum ändern, da sich der gesamte Bodenwert und die Geldmenge M1, welche die Grundlage für die Abgaben sind, nur geringfügig ändern würden.

Jedoch würde der Anteil der Nettozahler größer werden, weil die Einkommen der Menschen steigen würden.

 

* Nettozahler bedeutet, dass ein Einwohner/Haushalt mehr Liquiditätsumlage zahlt, als er durch sie zurückbekommt.

** Gemeint ist der Boden im weitesten Sinn. Also alle knappen natürlichen Ressourcen. Also auch Bodenschätze, Luft als Speicher für schädliche Gase, Wasser.

 

By |2025-03-16T10:52:53+01:00September 9th, 2023|BLOG, TEASER|0 Comments

Brutto = Netto

Brutto = Netto

 

Mit der Umsetzung der vier Einsichten bleibt für fast alle mehr Geld übrig. Am meisten jedoch bei denen mit einem ressourcenschonenden Lebensstil.

 

Eine Bodenwertsteuer in Höhe von etwa 5% kann die komplette Lohn- und Einkommenssteuer in Deutschland ersetzen.

 

A.Bodenwert : 5.453,7 Mrd €

 

B. Lohn- und Einkommenssteuer 2021: 291 Mrd €

 

Höhe Bodenwertsteuer statt Lohn- und Einkommensteuer = B / A = 5,3%Jahr

 

Gleichzeitig wird ein existenzsicherndes Grundeinkommen an alle Einwohner ausgezahlt. Finanziert wird dieses mit einer täglichen Liquiditätsumlage in Höhe von wenigen Promille. Eine Kranken-, und Pflegeversicherung wird ebenfalls mit dem Grundeinkommen bezahlt.

 

Beispiel:

 

Höhe Grundeinkommen = 22,5 €Tag * + 10,5 € KV /Tag ** = 33 €/Tag.

 

Gesamter Täglicher Finanzbedarf für das Grundeinkommen = 33 €/C*Tag x 0,0844 Mrd Einwohner D = 2,785 Mrd €/Tag.

 

Höhe Liquiditätsumlage = 2,785 Mrd €/Tag x 100% : 2752.4 Mrd €M1D = 0,1 %/Tag

 

Verbunden mit einer stärkeren Eigenverantwortung für die Altersabsicherung, ist dann Erwerbsarbeit von allen Steuern und Abgaben befreit. Das Bruttoeinkommen entspricht dem Nettoeinkommen. Eine Steuerflucht durch Schwarzarbeit ist nicht mehr möglich. Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollten dann völlig frei die Bedingungen der Zusammenarbeit aushandeln.

 

Die Möglichkeit Bürgergeld zu beantragen kann weiter bestehen bleiben. Das Grundeinkommen ersetzt dann einen Teil des Bürgergelds. Das heißt wer z.B. in München wohnen bleiben will, und mit dem Grundeinkommen nicht auskommt, kann Bürgergeld beantragen. Wird der Antrag genehmigt, ergibt Grundeinkommen plus Bürgergeld  den Betrag den der Antragsteller auch jetzt bekommen würde. Auch die mit dem Bürgergeld verbunden Auflagen bleiben die gleichen.

 

Wer jedoch auf das Bürgergeld verzichtet und z.B. nach Plauen umzieht, oder dort bleibt, kann mit 200€ monatlich in 15 Jahren eine Immobilie im Wert von 36.000€ bezahlen. Für den Preis gibt es aktuell etliche Angebote. Mit dem Grundeinkommen hat man ein sicheres Einkommen und die Wohnung dient als Sicherheit. Durch die Liquiditätsumlage sollten die Kreditzinsen für Immobilien dauerhaft niedrig sein. Natürlich kann man auch Geld dazu verdienen, soviel man möchte.
Sollten das viele machen wird es zu Wertsteigerungen für Immobilien in Plauen kommen, die Eigentümer können sich dann freuen. Gleichzeitig sollten die Immobilienpreise in München runtergehen, was nicht nur die dortigen Mieter freut, sondern auch die Steuerzahler, die für die verbliebenen Bürgergeldempfänger zahlen.

 

Es gibt natürlich auch jede Menge andere Alternativen die man mit dem Grundeinkommen realisieren kann. Etwa mit der Familie, oder Freunden eine größere Wohnung/Haus zu kaufen. Oder zeitweise ganz auf einen festen Wohnsitz zu verzichten und z.B. mit Fahrrad durch die Welt zu reisen.

Hier ein paar Beispielrechnungen wer durch diese Maßnahmen gewinnt.

*Entspricht dem aktuellen Grundbetrag des Bürgergelds für einen Erwachsenen plus 200€ Wohngeldpauschale.

**Entspricht dem durchschnittlichen Beitrag der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung pro Versicherten

By |2024-10-29T07:05:54+01:00August 26th, 2023|BLOG, TEASER|2 Comments