Machen negative Zinsen arm?

Machen negative Zinsen arm?

Häufig wird behauptet die Null Zins und negativ Zins Politik der Zentralbanken wäre eine Enteignung der Sparer. Ist das tatsächlich so? Dazu folgende Beispielrechnungen:

In den folgenden Grafiken wird die Entwicklung der Geldguthaben von drei Personen über einen Zeitraum von 25 Jahren dargestellt. Am Anfang besitzt Person B mit 100 % ein durchschnittliches Geldguthaben. (In Deutschland entsprach das mindestens 89.100 € pro Person im Jahr 2023). A besitzt 10 % eines durchschnittlichen Guthabens. Person C mit 1000 % ein 10faches Durchschnittsvermögen. Alle drei sparen jedes Jahr 5% des Durchnitts. Außerdem ist in den Grafiken noch die Summe aller drei Guthaben dargestellt. Unterschiedlich ist in den drei Grafiken nur die Verzinsung der Guthaben.

5%Verzinsung

Grafik 1

In der Grafik 1 sind alle Guthaben mit 5 % pro Jahr verzinst. Alle drei, so wie die Summe aller Guthaben wachsen exponentiell. Wie bei allen Mitkopplungen wachsen auch hier die Vermögen umso schneller je größer sie sind. Der Abstand zwischen den niedrigsten und dem höchsten Guthaben hat sich in dem Zeitraum um den Faktor 3,23 vergrößert. Die Ungleichheit hat also zugenommen.

Die Gesamtsumme der drei Guthaben ist in dem Zeitraum beinahe um das Vierfache gewachsen (genau um das 3,83 fache). Ein Geldguthaben stellt den Anspruch auf Auszahlung des Betrags durch den Schuldner dar, das heißt dass auch die Verschuldung um den gleichen Faktor gestiegen ist.

Je kleiner ein persönliches Guthaben ist, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass man es verliert, z.B. weil man es für geplante, oder ungeplante Ausgaben verwendet. In der Realität ist daher die Wahrscheinlichkeit gering, dass Guthaben A über einen so langen Zeitraum wächst, wie hier dargestellt.

0% Verzinsung

Grafik 2

In der Grafik 2 sind alle Guthaben mit 0% pro Jahr verzinst. Alle Guthaben sowie die Summe wachsen linear. Die Summe der gesamten Kreditmenge (Guthaben und Schulden) ist in dem Zeitraum um knapp ein Drittel angewachsen. Die Ungleichheit (Der Abstand zwischen niedrigsten und höchsten Guthaben) hat sich in dem Zeitraum nicht verändert.

Minus 5% Verzinsung

Grafik 3

In Grafik 3 sind alle Guthaben mit – 5 % pro Jahr verzinst. Bei dem durchschnittlichen Guthaben entspricht der Verlust durch die Negativverzinsung dem Ersparten. Das Guthaben bleibt dementsprechend gleich.

Die beiden anderen Guthaben entwickeln sich Richtung des Durchschnitts. Das größte Guthaben schrumpft exponentiell. Anfangs sehr stark und umso langsamer je näher es an den Durchschnitt kommt.

Das kleinste Guthaben wächst, weil der Zugewinn durch das Sparen größer ist, als der Verlust durch die negative Verzinsung.

Die Summe der gesamte Kreditmenge (Guthaben und Schulden) schrumpft um mehr als die Hälfte (genau um 51,6 %).

Die Ungleichheit (Der Abstand zwischen niedrigsten und höchsten Guthaben) ist in dem Zeitraum um mehr als 70 % zurückgegangen.

Fazit

Auch wenn Guthaben nicht verzinst werden, lohnt es sich zu sparen. Mit einer Guthabenverzinsung unter 0% pro Jahr, verliert man umso mehr, je größer das Guthaben ist.

Bei einem unterdurchschnittlichen Guthaben sind die Ersparnisverluste durch den Negativzins nicht maßgeblich für den Vermögensaufbau, da dieser hauptsächlich durch Sparen erfolgt.

In den Berechnungen wurden Zinslasten nicht berücksichtigt. Es ist zu bedenken, dass nicht nur eine verschuldete Privatperson Zinsen zahlt, sondern indirekt jeder Konsument, da der mit Abstand größte Schuldner, die Privatwirtschaft und die öffentliche Hand, als zweitgrößter Schuldner, ihre Zinslasten auf die Endverbraucher umlegen. Je höher die Zinsen, umso höher ist der durchschnittliche Zinsanteil in den Ausgaben. Würde man die persönlichen Zinseinnahmen und Zinsausgaben gegenrechnen, würde sich der hier gezeigte Trend noch verstärken. Je niedriger die Verzinsung umso größer ist der finanzielle Vorteil für unterdurchschnittlich Vermögende.

Da wir eine sehr ungleiche Vermögensverteilung haben würde die Mehrheit (~80% der Bevölkerung verfügen über kein, oder ein unterdurchschnittlich Geldvermögen) von Negativzinsen finanziell profitieren. Von der Angleichung der Vermögensverhältnisse profitieren alle, auch die bisher überdurchschnittlich Vermögenden.

Bezogen auf die Ausgangsfrage kann gesagt werden, dass Risiko arm zu werden, im Sinne von unterdurchschnittlich vermögend, ist mit negativen Zinsen geringer als mit positiven.

By |2024-04-04T15:30:41+02:00April 3rd, 2024|BLOG, TEASER|0 Comments

Es gibt kein demographisches Problem,…

Es gibt kein demographisches Problem,…

.aber wir zahlen zu viele Renten.

Weil die Menschen bei uns immer älter werden, können wir es uns nicht mehr leisten allen eine ausreichende Rente zu zahlen. Das scheint ganz klar zu sein. Deshalb fordern Experten  immer wieder eine Anhebung des Rentenalters. Vergleicht man die Zahlen des statistischen Bundesamts von 1970 und 2023 merkt man das an dieser Aussage, etwas nicht stimmen kann.

Obwohl es 1970 eine Vollbeschäftigung gab, die den Namen verdient (weniger als 0,2% Erwerbslose), lag der Anteil der Bevölkerung die einer Erwerbsarbeit nachgingen etwa ein Fünftel unter dem Wert von 2023 (44% zu 54,2%). Der Anteil der Rentner war damals niedriger, aber es gab mehr Kinder und nichtberufstätige Frauen.

Im Durchschnitt arbeitete damals jeder Erwerbstätige zwar deutlich mehr als 2023. Mit der heutigen Produktivität (Preisbereinigt) hätte es aber gereicht wenn alle Erwerbstätigen etwa 20 Stunden pro Woche gearbeitet hätten, um das damalige Bruttoinlandsprodukt zu erwirtschaften.

Warum war damals Geld weniger knapp als heute?

Um 1970 reichte  meist ein Einkommen um eine ganze Familie zu versorgen. Viele Kommunen bauten damals u.a. Schwimmbäder, die in den letzten Jahren wieder geschlossen werden, weil man nicht mal die Betriebskosten aufbringen kann. Wo ist das ganze Geld hingegangen?

Die Ursache liegt vor allem in den sogenannten ökonomische Renten, wie Pacht, Miete, Zins. Diese bewirken eine selbstverstärkende Vermögensverteilung. Je mehr gewinnbringendes Vermögen wie Immobilien oder Geld man besitzt, umso schneller wird man noch reicher.

Die Gesellschaft hat immer mehr geleistet um eine Minderheit unvorstellbar reich zu machen. Es wäre leicht nicht nur Rentner mit allem lebensnotwendigen zu versorgen, sondern alle Menschen, wenn wir dafür sorgen, dass ökonomische Renten nicht mehr zur Vermögenskonzentration führen.

Eine Bodenwertsteuer und eine Liquiditätsumlage wären Instrumente um das zu erreichen.

Um noch eins klar zu machen, es geht hier nicht um Schuld, oder Feindbilder. Ob jemand arm oder reich ist, ist letztendlich immer Zufall. Es sind Systemfehler die beseitigt werden müssen.

By |2024-04-04T18:02:37+02:00April 1st, 2024|BLOG, TEASER|0 Comments

Grundeinkommen und Inflation

Grundeinkommen und Inflation

Ein Argument gegen das Grundeinkommen das häufig genannt wird, ist dass damit eine Inflation ausgelöst würde. Stimmt das?

Richtig ist, dass sich mit der Einführung dieses Grundeinkommens die Preise verschieben werden. Durch den konsequenten Schutz unserer Lebensgrundlagen werden z.B. viele Rohstoffe teurer werden. Durch Angebot und Nachfrage werden auch die Löhne für notwendige Arbeiten, die für die Mehrheit unattraktiv sind, ansteigen. Das gilt z.B. für manche Tätigkeiten in der Pflege, dem Handwerk und der Landwirtschaft.

Aber ist das eine Inflation? Wenn z.B. der Fleischpreis steigt, muss ein Haushalt der sein gesamtes, gleichbleibendes Einkommen ausgibt, entweder weniger Fleisch konsumieren, oder an anderer Stelle Ausgaben einsparen. Das heißt an irgendeiner Stelle sinkt die Nachfrage für ein Produkt.

Das gilt genauso für die Volkswirtschaft. Wenn das Verhältnis von Geldmenge M1 und Umlaufgeschwindigkeit im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt gleich bleibt, kann es deshalb keine Inflation geben. Dass trotzdem eine gemessen wird, kann daran liegen, dass der aktuelle statistische Warenkorb ein ungenaues Instrument zur Messung der Preisstabilität ist. Man könnte deshalb dann von einer Scheininflation reden.

Durch eine automatische Anpassung der Liquiditätsumlage kann sichergestellt werden, dass immer alle in der Lage sind sich mit dem Lebensnotwendigen zu versorgen. Die Nachfrage wird dann nur in den Bereichen sinken, die nicht lebensnotwendig sind. Nach einer Weile werden sich die Preise aber weitgehend stabilisiert haben, damit werden auch weitere Erhöhungen des Grundeinkommens unnötig. Trotz der Anpassungen werden fast alle Grundeinkommensbezieher finanziell gewinnen.

Ein Grundeinkommen das gesetzlich so bemessen sein muss, dass es an nahezu jedem Ort existenzsichernd ist, kann jedoch dazu führen das eine Preisspirale im Immobilienbereich in Gang gesetzt wird. Weil dann möglicherweise viele Leute in die coolen Gegend ziehen wollen. Dadurch steigt die Nachfrage nach Wohnraum und so auch die Mieten und Immobilienpreise, zur Freude der Immobilieneigentümer und Immobilienspekulanten. Das macht eine Anpassung des Grundeinkommens nötig und der ganze Prozess kann sich vorsetzen.

Daher ist es besser das Grundeinkommen so zu bemessen, dass es hauptsächlich in Gegenden mit relativ niedrigen Immobilienpreisen existenzsichernd ist. Damit entspannt sich die Lage am Immobilienmarkt. Zumindest übergangsweise kann das Bürgergeld das Grundeinkommen ergänzen, damit mit Einführung der vier Einsichten niemand gezwungen ist aus einer teuren Gegend zu ziehen. Langfristig sollte aber aber das Ziel sein, dass jeder selbst verantwortlich ist einen höheren Lebensstandard abzusichern, als mit dem Grundeinkommen möglich ist. Dazu gehört auch in einer gefragten Gegend zu wohnen.

Eine echte Inflation, also wenn sich das Verhältnis von Geldmenge M1 und Umlaufgeschwindigkeit zum Bruttoinlandsprodukt ändert, kann mit der Liquiditätsumlage wirkungsvoll verhindert werden. Weil die Zentralbank damit ein Instrument bekommt, mit der die Geldmenge sehr genau gesteuert werden kann. Auch weil durch das Grundeinkommen der Warenkorb zur Messung der Preisstabiltät stark reduziert werden kann, was die Messung genauer macht.

By |2024-01-06T00:30:50+01:00Januar 5th, 2024|BLOG, TEASER|0 Comments

Welche Gesetze braucht man dann noch?

Welche Gesetze braucht man dann noch?

In den letzten 18 Jahren meiner Selbstständigkeit gehe ich in „Vorstellungsgespräche“ nicht mit dem Wunsch „Hoffentlich bekomme ich den Auftrag“, sondern mit der mit der Einstellung „Mal sehen ob‘s passt“. Seit dem sind diese Treffen sehr viel angenehmer. Es geht bei den Gesprächen meistens um einen Einsatz bei Auslandsprojekten für mittelständische Unternehmen, über die Dauer von einigen Wochen oder Monaten.

Ob es passt hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Die Bezahlung ist nur einer davon. Die Bezahlung entspricht meistens dem Marktüblichen. Sollte mich ein Auftrag aus irgendeinem Grund besonders interessieren, etwa weil mich die Aufgabe reizt, würde ich auch für wenig Geld arbeiten um einen Vorteil gegenüber Mitbewerbern zu bekommen. Ein vorgeschriebener Mindestlohn würde hier nur stören.

Manchmal habe ich die Bedingungen nur mündlich mit dem Auftraggebenden besprochen (es gab also keinen schriftlichen Vertrag), das war möglich weil wir uns gegenseitig vertrauten. Hätte der Auftraggeber sich nicht an die Vereinbarung gehalten, hätte ich schlimmstenfalls eine Weile für lau gearbeitet. Ich war bereit das Risiko einzugehen.

Hätte ich das Gefühl der Auftraggeber zieht mich über den Tisch, würde ich die Arbeit sobald wie möglich beenden und im Zweifelsfall nicht wieder für diesen Auftraggeber arbeiten. Das ist aber noch nicht vorgekommen.

Ich kann das machen weil ich genügend Rücklagen habe und deshalb nicht auf den Auftrag angewiesen bin. Mit dem vorgeschlagenen Grundeinkommen könnte fast jeder arbeitsfähige Mensch die Bedingungen für einen Job aushandeln wie ich, sofern man im Zweifelsfall bereit ist eine Weile nur von dem Grundeinkommen zu leben.

Selbstverständlich sind die Bedingungen für jeden anderes. So wird für viele eine dauerhafte, regelmäßige Arbeit eine Bedingung sein. Das gilt für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber.

Wo ist der Unterschied zwischen einer Anstellung und einer Selbstständigkeit wenn das Grundeinkommen wie vorgeschlagen finanziert wird? Welche arbeitsrechtlichen Gesetze braucht man dann noch? Das wird man erst entscheiden können, wenn es soweit ist. Bestimmt werden aber sehr viele Gesetze überflüssig werden. Nicht nur im Arbeits- Steuerrecht. 

By |2023-12-28T15:49:39+01:00Dezember 28th, 2023|BLOG, TEASER|0 Comments

Wer zahlt?

Wer zahlt?

Wie in den beiden vorherigen Blogbeiträgen erklärt, würden fast alle Haushalte die von Erwerbseinkommen leben, von dem Vorschlag profitieren Lohnnebenkosten, sowie Lohn- und Einkommensteuer durch eine Bodenwertsteuer BWS und eine Liquiditätsumlage LU zu ersetzen. Aber wer zahlt dann letztendlich?

Das es so gut wie keine Verlierer unter den Privatpersonen gibt, liegt daran, dass alle Marktteilnehmer den gleichen prozentualen Anteil Bodenwertsteuer und Liquiditätsumlage zahlen. Die Unternehmen müssen aber natürlich diese Kosten, wie auch alle anderen auch, auf die Kunden umlegen. Letztendlich zahlen also die Endverbraucher.

Die einzige Möglichkeit Bodenwertsteuer und Liquiditätsumlage komplett zu vermeiden wäre den heimischen Markt zu verlassen. Aber warum sollte ein Unternehmen das tun? Sie müssen zwar Bodenwertsteuer und Liquiditätsumlage zahlen, dafür brauchen sie aber keine Lohnnebenkosten und keine Lohn- & Einkommensteuer zu zahlen. Dadurch könne ebenfalls Kosten für die Buchhaltung gespart werden. Mit dem Grundeinkommen GE ist die Kaufkraft gut verteilt, was den Standort ebenfalls interessant für viele Unternehmen macht. Durch die Umsetzung von Einsicht 4 wären zudem mit einer Flucht starke Wettbewerbsnachteile verbunden.

Durch diese Maßnahmen kann an vielen Stellen öffentliche Ausgaben eingespart werden. Mit einem Grundeinkommen in der genannten Höhe könnte der größte Teil der aktuellen Bürgergeldzahlungen eingespart werden. Auch die damit verbunden Verwaltung würde zum großem Teil nicht mehr gebraucht. Ebenfalls könnte das Grundeinkommen alle gesetzlichen Rentenzahlungen bis zu der genannten Höhe ersetzen.

Überflüssig würde ebenfalls zumindest der Teil der Finanzverwaltung die für Lohn- und Einkommensteuer zuständig ist. Auch der Teil der Justiz die sich mit Sozialdelikten und Steuerbetrug beschäftigt hätte weniger zu tun. Man könnte so gut wie alle Subventionszahlungen einstellen.

Nachfolgend ein paar Beispiele wie verschiedene Bereiche zur Finanzierung der Liquiditätsumlage beitragen würden. Gerechnet wurde mit dem jeweiligen Umsatz in Deutschland für das Jahr 2022. Einer Liquiditätsumlage in Höhe von 1% Täglich und einem Brutto-Grundeinkommen von 12.045 €/Jahr*Person. Angeben wird die Anzahl der Menschen für die ein Grundeinkommen finanziert wird.

Einzelhandel: 152,4 Tausend

Lidl: 95,3 Tausend

Amazon: 25,5 Tausend

Gastronomie: 52,1 Tausend

Pharmaindustrie: 46,9 Tausend

Ev. & Kath. Kirche: 10,7 Tausend

Selbst kriminelle Einnahmen tragen zur Finanzierung der Liquiditätsumlage bei. Theoretisch würde der illegale Drogenhandel in Deutschland geschätzt 25 Tausend Grundeinkommen finanzieren. Da bei illegalen Geschäften oft Bargeld ververwendet wird, ist wichtig wie das Horten von Bargeld verhindert wird. Spätestens wenn die Einnahmen aber gewaschen auf einem Girokonto landen, wird die Liquiditätsumlage fällig.

By |2023-09-10T07:47:09+02:00September 9th, 2023|BLOG, TEASER|0 Comments

So gut wie keine Verlierer

So gut wie keine Verlierer

Im letzten Blogbeitrag wurde vorgeschlagen die Lohnnebenkosten und Lohn- und Einkommensteuer durch eine Bodenwertsteuer BWS und einer Liquiditätsumlage LU zu ersetzen.

In den folgenden Beispielrechnungen werden die Veränderungen aufgezeigt, die sich für Erwerbstätige mit unterschiedlichen Einkommen ergeben.

Da mit einer LU alle Marktteilnehmer ihre Liquidität auf das notwendigste reduzieren werden und die Umlaufgeschwindigkeit steigt, muss die Zentralbank die Geldmenge M1 reduzieren um eine Inflation zu vermeiden. Damit das Grundeinkommen GE dann eine existenzsichernde Höhe behält muss die LU angehoben werden. Aus dem Grund wurde in den Berechnungen eine zehnfach höhere LU angenommen als im vorangegangen Blogbeitrag. Also 1% statt 0,1% pro Tag.

Beispielrechnung: Single. Bruttoeinkommen: 18.000 €/Jahr

Einkommenssteigerung durch die genannten Reformen: 74,5 %

Wohnung in Mehrfamilienhaus. 12 gleiche Wohneinheiten

Plauen. Bodenrichtwert 90 €/m². Grundstücksfläche 800 m².

Durchschnittliche Liquidität (Bar- und Giralgeld): 500 €/Tag

Grundeinkommen Netto : 8.212 €/Jahr

Aktuelles Nettoeinkommen : 13.800 €/a

Mit BWS/LU/GE statt Lohn- und Einkommensteuer

BWS = 90 €/m² x 800 m² x 0,05 : 12 = 300 €/a

LU = 500 €/Tag x 0,01 x 365 Tage/a = 1.825€/a

Einkommen nach Abzug BWS/LU = 18.000 + 8.212 €/Jahr – 2.125 €/a = 24.087 €/Jahr

Beispielrechnung: Single. Bruttoeinkommen: 100.000 €/Jahr

Einkommenssteigerung durch die genannten Reformen: 46,5 %

Wohnung in Mehrfamilienhaus. 12 gleiche Wohneinheiten

Köln. Bodenrichtwert 1.500 €/m². Grundstücksfläche 800 m².

Durchschnittliche Liquidität (Bar- und Giralgeld): 5000 €/Tag

Grundeinkommen Netto : 8.212 €/Jahr

Aktuelles Nettoeinkommen: 58.000 €/a

Mit BWS/LU/GE statt Lohn- und Einkommensteuer

BWS = 1.500 €/m² x 800 m² x 0,05 : 12 = 5.000 €/a

LU = 5000 €/Tag x 0,01 x 365 Tage/a = 18.250 €/a

Einkommen nach Abzug BWS/LU = 100.000 €/a + 8.212 €/Jahr – 23.250 €/a = 84.962 €/a

Beispielrechnung: Single. Bruttoeinkommen: Eine Million €/Jahr

Einkommenssteigerung durch die genannten Reformen: 25,2 %

Villa

München. Bodenrichtwert 3000 €/m². Grundstücksfläche 2000 m².

Durchschnittliche Liquidität (Bar- und Giralgeld): 10.000 €/Tag

Grundeinkommen Netto : 8.212. €/a

Aktuelles Nettoeinkommen: 536.400 €/a

Mit BWS/LU/GE statt Lohn- und Einkommensteuer

BWS = 3000 €/m² x 2000 m² x 0,05 = 300.000 €/a

LU = 10.000 €/Tag x 0,01 x 365 Tage/a = 36.500 €/a

Einkommen nach Abzug BWS/LU = 1.000.000 € + 8.212 €/Jahr – 336.500 = 671.712 €/a

 

Wenn aber selbst ein Einkommensmillionär durch diese Maßnahmen mehr Geld übrig behält, wer zahlt dann? Mehr dazu hier.

 

By |2023-09-14T15:08:54+02:00August 28th, 2023|BLOG, TEASER|3 Comments

Brutto = Netto

Brutto = Netto

 

Mit der Umsetzung der vier Einsichten bleibt für fast alle mehr Geld übrig. Am meisten jedoch bei denen mit einem ressourcenschonenden Lebensstil.

Eine Bodenwertsteuer (BWS) in Höhe von etwa 5% kann die komplette Lohn- und Einkommenssteuer in Deutschland ersetzen.

A.Bodenwert : 5.453,7 Mrd €

B. Lohn- und Einkommenssteuer 2021: 291 Mrd €

Höhe BWS statt L&E Steuer = B / A = 5,3%Jahr

Gleichzeitig wird ein existenzsicherndes Grundeinkommen (GE) an alle Einwohner ausgezahlt. Finanziert wird dieses mit einer täglichen Liquiditätsumlage (LU) in Höhe von wenigen Promille. Eine Kranken-, und Pflegeversicherung wird ebenfalls mit dem Grundeinkommen bezahlt.

Beispiel:

Höhe Grundeinkommen = 22,5 €Tag * + 10,5 € KV /Tag ** = 33 €/Tag.

Gesamter Täglicher Finanzbedarf für das Grundeinkommen = 33 €/C*Tag x 0,0844 Mrd Einwohner D = 2,785 Mrd €/Tag.

Höhe Liquiditätsumlage = 2,785 Mrd €/Tag x 100% : 2752.4 Mrd €M1D = 0,1 %/Tag

Verbunden mit einer stärkeren Eigenverantwortung für die Altersabsicherung, ist dann Erwerbsarbeit von allen Steuern und Abgaben befreit. Das Bruttoeinkommen entspricht dem Nettoeinkommen. Eine Steuerflucht durch Schwarzarbeit ist nicht mehr möglich. Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollten dann völlig frei die Bedingungen der Zusammenarbeit aushandeln.

Die Möglichkeit Bürgergeld zu beantragen kann weiter bestehen bleiben. Das Grundeinkommen ersetzt dann einen Teil des Bürgergelds. Das heißt wer z.B. in München wohnen bleiben will, und mit dem GE nicht auskommt, kann Bürgergeld beantragen. Wird der Antrag genehmigt, ergibt GE plus Bürgergeld  den Betrag den der Antragsteller auch jetzt bekommen würde. Auch die mit dem Bürgergeld verbunden Auflagen bleiben die gleichen.

Wer sich dagegen entscheidet auf das Bürgergeld zu verzichten und z.B. nach Plauen umzieht, oder dort bleibt (Übrigens eine schöne Stadt in toller Landschaft). Kann mit 200€ monatlich in 15 Jahren eine Immobilie im Wert von 36.000€ bezahlen. Für den Preis gibt es aktuell etliche Angebote. Mit dem GE hat man ein sicheres Einkommen und die Wohnung dient als Sicherheit. Durch die LU sollten die Kreditzinsen für Immobilien dauerhaft niedrig sein. Natürlich kann man auch Geld dazu verdienen, wenn sich eine gute Gelegenheit ergibt.

Sollten das viele machen wird es zu Wertsteigerungen für Immobilien in Plauen kommen, die Eigentümer können sich dann freuen. Gleichzeitig sollten die Immobilienpreise in München runtergehen, was nicht nur die dortigen Mieter freut, sondern auch die Steuerzahler, die für die verbliebenen Bürgergeldempfänger zahlen.

Es gibt natürlich auch jede Menge andere Alternativen die man mit dem GE realisieren kann. Etwa mit der Familie, oder Freunden eine größere Wohnung/Haus zu kaufen. Oder zeitweise ganz auf einen festen Wohnsitz zu verzichten und z.B. mit Fahrrad durch die Welt zu reisen. Wenn man durch Länder reist wo der Wechselkurs günstig und bereit ist auch öfter mal zu zelten, kann man mit dem GE solange unterwegs bleiben wie man will.

Hier ein paar Beispielrechnungen wer durch diese Maßnahmen gewinnt.

*Entspricht dem aktuellen Grundbetrag des Bürgergelds für einen Erwachsenen plus 200€ Wohngeldpauschale.
** Entspricht dem durchschnittlichen Beitrag der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung pro Versicherten
By |2023-11-24T01:55:56+01:00August 26th, 2023|BLOG, TEASER|0 Comments

RENT INCOME GRANT

Rent Income Grant

Rent Income Grant RIG ist eine noch zu gründende Organisation, die das Ziel hat, Menschen einen gleichberechtigten Zugang zu den natürlichen Ressourcen zu ermöglichen, indem ihnen ein aus Bodenpacht finanziertes Grundeinkommen ausgezahlt wird. Gleichzeitig sollen wirkungsvoller Naturschutz, höhere landwirtschaftliche Erträge, soziale Gerechtigkeit, Transparenz und community building gewährleistet werden.


Wegen sinkender Verzinsung von Geldguthaben besonders in den wirtschaftlich starken Staaten suchen Vermögensverwalter nach Möglichkeiten, ihren Anlegern weiterhin einen möglichst hohen Vermögensgewinn zu erwirtschaften. Fündig werden sie bei Immobilien. Während aber in den Metropolen die Grundstückspreise in astronomische Höhen gestiegen sind, was den Ankauf weiterer Immobilien unattraktiv macht, herrscht bei den Agrarflächen der weniger entwickelten Länder Goldgräberstimmung. Investoren sichern sich dort durch Kauf oder Pacht die Nutzungsrechte an Boden. Dieser wird dann genutzt um zum Beispiel Cash-Crops wie Mais, Soja, Zuckerrohr oder Ölpalmen anzubauen. Durch die Monokulturen kommt es zu einem Rückgang der Artenvielfalt und die Bodenfruchtbarkeit sinkt.


Die lokale Bevölkerung hat bei diesem Spiel meist das Nachsehen, da sie weder über das nötige Fachwissen, noch über ausreichend Geld verfügt um sich unabhängige Berater leisten zu können, die ihre Interessen vertreten. Die Folge dieser Entwicklung ist, das gerade in den Gebieten mit den fruchtbarsten Böden der strukturelle Hunger am größten ist. Oft werden Menschen von dem Land vertrieben, welches sie bisher ernährte, oder sie fristen mit Saisonarbeit ein karges Leben.


In zahlreichen Studien wurde bereits belegt, dass kleinteilige Landwirtschaft auf Basis von Mischkulturen ertragreicher, widerstandsfähiger, kostengünstiger und ressourcenschonender ist als industrielle Landwirtschaft. Unterm Strich wird sich aus der so organisierten Landwirtschaft für den einzelnen und für die Gesellschaft ein höherer Wert ergeben, als es aus der industriell geführten, naturzerstörenden Landwirtschaft möglich ist, da man deren negative Folgen in die Rechnung einbeziehen muss. Doch es fehlt meist an Geld, um sich einen sicheren Zugang zu Land zu verschaffen und um sich nötige Ausrüstung und Infrastruktur leisten zu können. Hier setzt RIG an.


Strategie
Die Organisation erwirbt langfristige Boden-Nutzungsrechte. Dieser Boden wird Kommunen mit der Auflage zur Verfügung gestellt, eine nachhaltigen Nutzung zu gewährleisten. Die Kommunen versteigern die Nutzungsrechte in Form eines Pachtvertrages meistbietend, bevorzugt an Gemeindemitglieder. In dem Pachtvertrag wird die nachhaltige Nutzung des Bodens festgeschrieben. Indikatoren der nachhaltigen
Nutzung sind unter anderem Bodenfruchtbarkeit (Humusanteil des Bodens), keine oder nur geringe Ausbringung von Schadstoffen. Die Gemeindemitglieder erhalten zu Beginn des Projektes einmalig einen festen Betrag. Nachfolgend werden die Einnahmen aus Verpachtung regelmäßig zu gleichen Teilen an alle Gemeindemitglieder zurück verteilt.Von den persönlichen Einnahmen des RIG werden öffentliche Leistungen der Kommunen in Form von Gebühren bezahlt, sofern dies sinnvoll ist. Über die erforderlichen Leistungen der Kommunen können alle Gemeindemitglieder mit entscheiden.

Wirkung
Durch das RIG erhalten alle Gemeindemitglieder die Möglichkeit, sich einen durchschnittlichen Anteil des Gemeindebodens zu pachten und zu bewirtschaften. So wird allen arbeitsfähigen Menschen der Kommune die Möglichkeit zur Selbstversorgung gegeben und Überschüsse können verkauft werden. Durch die gemeinsam beschlossenen Gebühren für die Leistungen der Kommune, kann diese Erwerbseinkommen für Gemeindemitglieder schaffen. Gleichzeitig kommt die Kommune ihren Aufgaben nach, also etwa die Bereitstellung von Infrastruktur und Unterstützung hilfsbedürftiger Gemeindemitglieder.


Leistung der RIG-Organisation
Die Organisation sichert die langfristigen Nutzungsrechte an Boden und gibt diese an die Kommunen weiter. Dies geschieht indem Boden günstig gekauft oder langfristig gepachtet wird. Die RIG-Organisation tritt hier in Konkurrenz zu Investoren, dadurch, dass sie deren Angebot für die Bodennutzungsrechte gegebenenfalls überbietet. Daher strebt die RIG-Organisation an, dass generell öffentliche und transparente Bieterverfahren für die Vergabe von Landnutzungsrechten durchgeführt werden.

Zur Umsetzung sind vor allem juristische Kenntnisse des Landes nötig, in dem die Maßnahmen des RIG stattfinden. Diese Kenntnisse werden von der Organisation bereitgestellt, indem lokale Experten engagiert werden, welche von Experten der Organisation unterstützt werden. Gegebenenfalls kann die RIG-Organisation Kommunen bei dem Aufbau einer nachhaltigen (Land-)Wirtschaft unterstützen, indem Fachwissen und günstige Kredite vermittelt werden.


Finanzierung und Transparenz
Die Organisation finanziert ihre Aufgaben hauptsächlich aus Spenden (Geld und Boden). Außerdem besteht die Möglichkeit Risikokapital zu investieren. Ein Rendite-Versprechen an die Anleger gibt es aber ausdrücklich nicht. Der größte Teil der Einnahmen wird für den Erwerb der Boden-Nutzungsrechte verwendet. Die Geldgeber können erwarten, dass in den RIG- Kommunen Menschenrechte und Naturschutz oberste Priorität haben. Damit diese Ziele erreicht werden, sind alle Gemeindemitglieder einer RIG-Kommune aufgerufen, auf die Einhaltung zu achten

Organisationsform
Idealerweise wird das RIG als Gemeinschaftsprojekt verschiedener Organisationen umgesetzt. Da mit dem RIG Armut bekämpft, sowie Menschenrechte und Naturschutz gewährleistet werden sollen, könnte die Beteiligung an dem Projekt für Organisationen interessant sein, welche in diesen Bereichen tätig sind. Alle Einnahmen und Ausgaben sollten öffentlich einsehbar sein, sofern dies mit dem Datenschutz vereinbar.

By |2023-08-26T20:16:20+02:00Mai 19th, 2023|BLOG, TEASER|0 Comments

Zukunftmusik. Bericht aus 2050. Energie und Wasser

Zukunftmusik. Bericht aus 2050. Energie und Wasser

Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen“

Mark Twain

Trotz des Zitats von Mark Twain wird in den Berichten aus dem Jahr 2050 erzählt, wie verschiedene Bereiche des Alltags in knapp drei Jahrzehnten aussehen könnten, wenn die vier Einsichten umgesetzt werden.

Früher hat man meistens nach Lösungen gesucht, den bestehenden Energiebedarf durch sogenannte klimafreundliche Techniken zu ersetzen. Doch wurde zunehmend klarer, dass das weltweit nicht in kurzer Zeit gelingen würde. Zumindest nicht ohne dass damit große Problem an anderer Stelle auftreten. Etwa durch die Zerstörung intakter Ökosysteme für den Anbau von Ölpalmen auf riesigen Plantagen. Das führte unter anderem zu einem schnelleren Artensterben und auch zu einem schnelleren Anstieg von klimaschädlichen Gasen, weil die Regenwälder als Kohlenstoffsenken verloren gingen.

Durch die Entkopplung der reinen Existenzsicherung von Erwerbsarbeit, konnte man sich auf das konzentrieren, was für ein anständiges Leben aller Mensch jetzt und in Zukunft tatsächlich notwendig ist. Man musste nicht mehr „groß Denken“ und „mehr Tun“, sondern man konnte vieles lassen.

Mit der Umsetzung der vier Einsichten wurde durch eine rasche Reduzierung der Emissionsrechte der menschliche Ausstoß klimaschädlicher Gase schnell auf ein akzeptables Maß reduziert. Das machte fossile Kohlenstoffe sehr teuer. Auf die Existenzsicherung hatte der dieser Preis aber keine Auswirkung, da die Höhe der Grundeinkommens automatisch angepasst wird.

Viel Energie konnte eingespart werden, weil immer mehr Menschen nur wenig beheizten oder gekühlten Wohnraum beanspruchten. Auch die Veränderungen in den Bereichen Landwirtschaft und Transport sparten viel Energie. Ganze Industriezweige verschwanden fast gänzlich, wie etwa die Produktion von Müll in Form von Verpackungen und kurzlebigen Konsumgütern. Das war durch die hohen Rohstoff- und Energiepreise nicht mehr wirtschaftlich.

Produktion von energieintensiven Gütern findet nur noch dort statt, wo weitgehend saubere Energie in ausreichender Menge verfügbar ist. Da weniger konsumiert wird, ist das aber auch ausreichend.

Die Einführung der vier Einsichten geschah aber nicht aus freien Stücken. Es waren dazu einige Krisen notwendig. Etwa mehrtägige Stromausfälle (Blackouts) in stark industrialisierten Gebieten machten vielen Menschen klar, dass es besser ist, sich nicht gänzlich auf High-Tec Lösungen zu verlassen, sondern auch noch ein Low-Tec Back-up zu haben.

Es wird fast kein Steuergeld in den Bereich Energieerzeugung und Verteilung gesteckt. Das wird alles privat finanziert. Durch die Liquidtätsumlage sind die Zinsen dauerhaft niedrig, dadurch konnten viele Techniken zur Energieversorgung realisiert werden, die früher nicht wettbewerbsfähig waren, da der Zinsanteil in den Gesamtkosten zu hoch war.

Da Energie und Dünger knapp und teuer ist, werden Fäkalien als wertvoller Rohstoff gesehen, den man möglichst unverdünnt verwenden möchte. Daher werden Urin, Kot und Grauwasser getrennt behandelt. Kot wird meist in Biogasanlagen und Blockheizkraftwerken zu Gas, Strom, Wärme und Bodenverbesserern verarbeitet. Urin wird, nach dem er eine Weile gelagert wurde, verdünnt als Dünger auf die Felder gebracht. Grauwasser durchläuft Absetzbecken und Bodenfilter, bevor es in Gewässer eingeleitet wird. Für die Reinigung gewerblicher Abwässer sind die Unternehmen selber zuständig. Diese müssen strenge Auflagen einhalten, weshalb das Brauchwasser häufig den Betrieb nicht verlässt, sondern nach dem Aufbereiten wieder verwendet wird.

In vielen Altbau-Wohnungen sind Toiletten auch heute noch nicht so komfortabel wie zu der Zeit als Wasserspültoiletten Standard waren. Aber das ist nichts im Vergleich dazu wie es während der Blackouts war. Als Fäkalien tagelang in den Toiletten vor sich hingammelten und Abwässer Straßen fluteten, weil die Pumpen nicht arbeiteten, die das Wasser förderten, das zum Transport der Fäkalien notwendig war.

Die Fäkalien werden heute von Unternehmen kostenlos abholt. Auch gibt es viele kostenlose öffentliche Toiletten. Diese sind in einem sehr guten Zustand, da die Betreiber mit den Fäkalien Geld verdienen und sie bekommen mehr davon, je besser der Service ist.

Durch den neuen Umgang mit Abwässern, bzw. deren Vermeidung und weil es keine Massentierhaltung mehr gibt, ist normalerweise Grundwasser überall trinkbar und viele Haushalte auf dem Land haben eigene Brunnen. Sollte der Grundwasserspiegel jedoch über die jahreszeitlichen Schwankungen hinaus sinken, müssen Auflagen eingehalten werden.

By |2024-01-05T01:25:40+01:00März 22nd, 2023|BLOG, TEASER|0 Comments

Zukunftsmusik. Bericht aus 2050. Öffentliche Finanzen

Zukunftsmusik. Bericht aus 2050. Öffentliche Finanzen

Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen“

Mark Twain

Trotz des Zitats von Mark Twain wird in den Berichten aus dem Jahr 2050 erzählt, wie verschiedene Bereiche des Alltags in knapp drei Jahrzehnten aussehen könnten, wenn die vier Einsichten umgesetzt werden.

Singel Tax

Steuern sind laut Definition eine Geldleistung ohne Anspruch auf eine individuelle Gegenleistung. Demnach haben wir nur noch eine Steuer, nämlich die Bodenwertsteuer auf Bauland und Gewerbegebiete. Diese wird von den jeweiligen Städten und Gemeinden eingezogen. Der Einzug erfolgt weitgehend automatisiert.

Ein Teil der Einnahmen wird föderal an höhere Verwaltungsebenen abgeführt. Mit dem verbliebenen Geld finanziert die Kommune ihre Infrastruktur. Die Bürger sind eingeladen mit zu diskutieren und mit zu entscheiden, wie die Infrastruktur ihrer Kommune aussehen soll. Geht es zum Beispiel um die Frage, ob ein Gemeindehaus gebaut werden soll, werden die Vor- und Nachteile, sowie mögliche Alternativen besprochen. Wird die Umsetzung beschlossen, wird die Bodenwertsteuer entsprechend angepasst. Alle Bürger zahlen also für das was sie sich gemeinschaftlich wünschen. Durch diese Kopplung von Leistung und Gegenleistung wird Verschwendung vorgebeugt.

Ressourcenbasiertes Grundeinkommen

Die Bodenwertsteuer auf Land- und forstwirtschaftliche Flächen wird ebenfalls von den Kommunen eingezogen. Diese ist nach der am Anfang genannten Definition eigentlich keine Steuer, weil sie zweckgebunden ist. Mit ihr wird das ressourcenbasierte Grundeinkommen (RBG) finanziert. Die Kommunen überweisen diese Einnahmen auf Konten, die von der Zentralbank verwaltet werden. Von dort werden sie gleichmäßig an alle Einwohner im Währungsraum zurück verteilt. So ist jeder Mensch gleichzeitig Pächter und Verpächter von Boden. Um mit der Verpachtung aber Gewinn zu machen, muss man den Boden im weitesten Sinn unterdurchschnittlich nutzen. Hier zählt vor allem die indirekte Nutzung des Bodens. Das heißt die Endverbraucher, die die Agrarprodukte der Landwirte kaufen, zahlen letztendlich die Bodenwertsteuer. So zahlt jemand der viel Rindfleisch isst mehr, als jemand der überwiegend vegan lebt.

Aufgaben der Zentralbank

Die Liquiditätsumlage (LU) wird ebenfalls gleichmäßig an alle Einwohner der Währungszone zurück verteilt. Daher ist auch sie keine Steuer. Auch hier erfolgt der Einzug weitgehend automatisiert. Dafür war nur eine Änderung der vorhandenen Bankensoftware nötig. Von allen Girokonten wird täglich der gleiche Promille Anteil eingezogen und wie bei dem ressourcenbasierten Grundeinkommen, auf Konten der Zentralbank überwiesen, von wo es dann auch unter allen Menschen gleichmäßig verteilt wird.

Die Zentralbank hat folgende Aufgaben:

  1. Die Geldmenge zu steuern und so Preisstabilität zu gewährleisten.

  2. Das ressourcenbasierte Grundeinkommen gleichmäßig unter den Einwohnern der Währungszone zu verteilen und mit Hilfe der Liquiditätsumlage auf ein existenzsicherndes Niveau anzuheben.

Preisstabilität

Zu 1.) Mit der Liquiditätsumlage haben die Zentralbanken ein Instrument bekommen, mit dem sie die Geldmenge sehr genau steuern können und so viel besser Preisstabilität gewährleisten können, als das früher der Fall war

Das Grundeinkommen ermöglichte es außerdem, dass der statistische Warenkorb anhand dessen die Geldmenge gesteuert wird, nur Dinge enthält die direkt der Existenzsicherung dienen. Also hauptsächlich Grundnahrungsmittel, Kleidung und Wohnraum.

Computer, Autos usw. die man früher manchmal zur Existenzsicherung brauchte, als die Mehrheit dafür noch arbeiten musste, machten den statistischen Warenkorb zu einem sehr komplizierten Instrument, mit dem Inflation und Deflation nur sehr ungenau gemessen werden konnten. Wie bewertet man z.B. ein neues Modell eines Computers im Vergleich zum Vorgängermodell?

Steigen nun alle Preise des vereinfachten statistischen Warenkorbs gleichmäßig ist das ein Zeichen, das die Geldmenge oder die Umlaufgeschwindigkeit der Geldmenge schneller gestiegen ist als die Wirtschaftsleistung. Dann muss die Geldmenge M1 reduziert werden. In dem Fall wird weniger Grundeinkommen ausgezahlt, als mit der Liquiditätsumlage eingenommen wurde. Die Differenz verschwindet aus dem System.

Sinken dagegen die Preise des statistischen Warenkorbs gleichmäßig, ist das ein Zeichen einer Deflation. In diesem Fall wird mehr Geld mit dem Grundeinkommen ausgezahlt, als mit der Liquiditätsumlage eingenommen wurde. Die Differenz wird durch die Zentralbank geschaffen (geschöpft).

Aufgrund der Flutung der Märkte mit Liquidität durch die Zentralbanken vor Einführung der vier Einsichten, waren anfangs häufige Korrekturen nötig. Doch seit vielen Jahren werden nur noch minimale Eingriffe gemacht. Die Preise sind seitdem sehr stabil.

Existenzsicherndes Grundeinkommen

Zu 2.) Was „existenzsichernd“ bedeutet definiert jedes Land, bzw. jeder Währungsraum anders. Was daran liegt, dass die Lebensbedingungen anders sind. In manchen Gegenden ist man z.B. mit T-Shirt, Shorts und Flipflops ausreichend bekleidet, in anderen Gegenden braucht man Kleidung mit der man auch Minustemperaturen übersteht. Das gleiche gilt für den Bereich Wohnen.

Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass das Grundeinkommen ausreicht, wenn man sich überwiegend vegan ernährt, seine Kleidung lange trägt, wenig temperierten Wohnraum beansprucht und in einem Ort mit relativ niedrigem Bodenwert wohnt, wo aber die Dinge des täglichen Bedarfs vorhanden und zu Fuß erreichbar sind, so dass man nicht auf ein Fahrzeug angewiesen ist.

Eine Software errechnet auf Basis der definierten Vorgaben und anhand des statistischen Warenkorbs den pro Kopf Betrag des Grundeinkommens. Die Formel zur Berechnung des Faktors der Liquiditätsumlage ist einfach:

 

LUd: Liquiditätsumlage pro Tag (Faktor)

GEd: Grundeinkommen pro Tag (€/c*d)

C: Einwohner der Währungszone (c)

M1: Geldmenge M1 (€)

Die Liquiditätsumlage wird von allen Girokonten abgezogen. Tagesgeldkonten werden von den Banken nicht mehr angeboten. Einen regelmäßigen Einzug der Liquiditätsumlage von Bargeld gibt es nicht. Um die Flucht vor der Liquiditätsumlage durch Bargeld zu vermeiden, hat man sich für eine Low-Tech Lösung entschieden. Unregelmäßig werden Banknoten mit einem bestimmen Merkmal zum Umtausch aufgerufen. Zum Beispiel alle 20€ Scheine deren Seriennummer mit 3 endet. Das ist mit erträglichem Aufwand verbunden, wenn man 500 € in 20€ Scheinen hält. Anders sieht es aus wenn man eine Millionen in 20 € Scheinen hält. Die Verrufungen haben das Horten von Bargeld wirkungsvoll verhindert, zumal die Kosten der Aktion einschließlich einer pauschalen Liquiditätsumlage auf den Umtausch umgelegt wurden.

Mit der Einführung der vier Einsichten haben sich viele Preise verschoben, manches wurde teurer, dafür konnte man auf anderes zur Existenzsicherung verzichten. Daher wurde der Betrag des Grundeinkommens relativ häufig angepasst. Mittlerweile habe sich die Preise aber stabilisiert, deshalb hat sich die Höhe des Grundeinkommens schon seit Jahren nicht mehr geändert.

Mit der Liquiditätsumlage wird auch eine Kranken- und Pflegeversicherung finanziert. Der Mindestleistungsumfang der Versicherung ist vorgegeben. Es gibt verschiedene Versicherungsanbieter, die miteinander im Wettbewerb stehen. Diese Versicherung ist obligatorisch. Jeder Mensch gibt an, bei welchem Anbieter er versichert sein will. Der Beitrag wird dann monatlich vom Grundeinkommen abgezogen.

Im diesem Beitrag wird ein Vorschlag zur Einführung von Bodenwertsteuer und Liquiditätsumlage gemacht. Einschließlich einer Beispielrechnung.

By |2024-04-03T17:39:39+02:00März 8th, 2023|BLOG, TEASER|0 Comments