RENT INCOME GRANT

Rent Income Grant

Rent Income Grant RIG ist eine noch zu gründende Organisation, die das Ziel hat, Menschen einen gleichberechtigten Zugang zu den natürlichen Ressourcen zu ermöglichen, indem ihnen ein aus Bodenpacht finanziertes Grundeinkommen ausgezahlt wird. Gleichzeitig sollen wirkungsvoller Naturschutz, höhere landwirtschaftliche Erträge, soziale Gerechtigkeit, Transparenz und community building gewährleistet werden.


Wegen sinkender Verzinsung von Geldguthaben besonders in den wirtschaftlich starken Staaten suchen Vermögensverwalter nach Möglichkeiten, ihren Anlegern weiterhin einen möglichst hohen Vermögensgewinn zu erwirtschaften. Fündig werden sie bei Immobilien. Während aber in den Metropolen die Grundstückspreise in astronomische Höhen gestiegen sind, was den Ankauf weiterer Immobilien unattraktiv macht, herrscht bei den Agrarflächen der weniger entwickelten Länder Goldgräberstimmung. Investoren sichern sich dort durch Kauf oder Pacht die Nutzungsrechte an Boden. Dieser wird dann genutzt um zum Beispiel Cash-Crops wie Mais, Soja, Zuckerrohr oder Ölpalmen anzubauen. Durch die Monokulturen kommt es zu einem Rückgang der Artenvielfalt und die Bodenfruchtbarkeit sinkt.


Die lokale Bevölkerung hat bei diesem Spiel meist das Nachsehen, da sie weder über das nötige Fachwissen, noch über ausreichend Geld verfügt um sich unabhängige Berater leisten zu können, die ihre Interessen vertreten. Die Folge dieser Entwicklung ist, das gerade in den Gebieten mit den fruchtbarsten Böden der strukturelle Hunger am größten ist. Oft werden Menschen von dem Land vertrieben, welches sie bisher ernährte, oder sie fristen mit Saisonarbeit ein karges Leben.


In zahlreichen Studien wurde bereits belegt, dass kleinteilige Landwirtschaft auf Basis von Mischkulturen ertragreicher, widerstandsfähiger, kostengünstiger und ressourcenschonender ist als industrielle Landwirtschaft. Unterm Strich wird sich aus der so organisierten Landwirtschaft für den einzelnen und für die Gesellschaft ein höherer Wert ergeben, als es aus der industriell geführten, naturzerstörenden Landwirtschaft möglich ist, da man deren negative Folgen in die Rechnung einbeziehen muss. Doch es fehlt meist an Geld, um sich einen sicheren Zugang zu Land zu verschaffen und um sich nötige Ausrüstung und Infrastruktur leisten zu können. Hier setzt RIG an.


Strategie
Die Organisation erwirbt langfristige Boden-Nutzungsrechte. Dieser Boden wird Kommunen mit der Auflage zur Verfügung gestellt, eine nachhaltigen Nutzung zu gewährleisten. Die Kommunen versteigern die Nutzungsrechte in Form eines Pachtvertrages meistbietend, bevorzugt an Gemeindemitglieder. In dem Pachtvertrag wird die nachhaltige Nutzung des Bodens festgeschrieben. Indikatoren der nachhaltigen
Nutzung sind unter anderem Bodenfruchtbarkeit (Humusanteil des Bodens), keine oder nur geringe Ausbringung von Schadstoffen. Die Gemeindemitglieder erhalten zu Beginn des Projektes einmalig einen festen Betrag. Nachfolgend werden die Einnahmen aus Verpachtung regelmäßig zu gleichen Teilen an alle Gemeindemitglieder zurück verteilt.Von den persönlichen Einnahmen des RIG werden öffentliche Leistungen der Kommunen in Form von Gebühren bezahlt, sofern dies sinnvoll ist. Über die erforderlichen Leistungen der Kommunen können alle Gemeindemitglieder mit entscheiden.

Wirkung
Durch das RIG erhalten alle Gemeindemitglieder die Möglichkeit, sich einen durchschnittlichen Anteil des Gemeindebodens zu pachten und zu bewirtschaften. So wird allen arbeitsfähigen Menschen der Kommune die Möglichkeit zur Selbstversorgung gegeben und Überschüsse können verkauft werden. Durch die gemeinsam beschlossenen Gebühren für die Leistungen der Kommune, kann diese Erwerbseinkommen für Gemeindemitglieder schaffen. Gleichzeitig kommt die Kommune ihren Aufgaben nach, also etwa die Bereitstellung von Infrastruktur und Unterstützung hilfsbedürftiger Gemeindemitglieder.


Leistung der RIG-Organisation
Die Organisation sichert die langfristigen Nutzungsrechte an Boden und gibt diese an die Kommunen weiter. Dies geschieht indem Boden günstig gekauft oder langfristig gepachtet wird. Die RIG-Organisation tritt hier in Konkurrenz zu Investoren, dadurch, dass sie deren Angebot für die Bodennutzungsrechte gegebenenfalls überbietet. Daher strebt die RIG-Organisation an, dass generell öffentliche und transparente Bieterverfahren für die Vergabe von Landnutzungsrechten durchgeführt werden.

Zur Umsetzung sind vor allem juristische Kenntnisse des Landes nötig, in dem die Maßnahmen des RIG stattfinden. Diese Kenntnisse werden von der Organisation bereitgestellt, indem lokale Experten engagiert werden, welche von Experten der Organisation unterstützt werden. Gegebenenfalls kann die RIG-Organisation Kommunen bei dem Aufbau einer nachhaltigen (Land-)Wirtschaft unterstützen, indem Fachwissen und günstige Kredite vermittelt werden.


Finanzierung und Transparenz
Die Organisation finanziert ihre Aufgaben hauptsächlich aus Spenden (Geld und Boden). Außerdem besteht die Möglichkeit Risikokapital zu investieren. Ein Rendite-Versprechen an die Anleger gibt es aber ausdrücklich nicht. Der größte Teil der Einnahmen wird für den Erwerb der Boden-Nutzungsrechte verwendet. Die Geldgeber können erwarten, dass in den RIG- Kommunen Menschenrechte und Naturschutz oberste Priorität haben. Damit diese Ziele erreicht werden, sind alle Gemeindemitglieder einer RIG-Kommune aufgerufen, auf die Einhaltung zu achten

Organisationsform
Idealerweise wird das RIG als Gemeinschaftsprojekt verschiedener Organisationen umgesetzt. Da mit dem RIG Armut bekämpft, sowie Menschenrechte und Naturschutz gewährleistet werden sollen, könnte die Beteiligung an dem Projekt für Organisationen interessant sein, welche in diesen Bereichen tätig sind. Alle Einnahmen und Ausgaben sollten öffentlich einsehbar sein, sofern dies mit dem Datenschutz vereinbar.

By |2023-08-26T20:16:20+02:00Mai 19th, 2023|BLOG, TEASER|0 Comments

Zukunftmusik. Bericht aus 2050. Energie und Wasser

Zukunftmusik. Bericht aus 2050. Energie und Wasser

Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen“

Mark Twain

Trotz des Zitats von Mark Twain wird in den Berichten aus dem Jahr 2050 erzählt, wie verschiedene Bereiche des Alltags in knapp drei Jahrzehnten aussehen könnten, wenn die vier Einsichten umgesetzt werden.

Früher hat man meistens nach Lösungen gesucht, den bestehenden Energiebedarf durch sogenannte klimafreundliche Techniken zu ersetzen. Doch wurde zunehmend klarer, dass das weltweit nicht in kurzer Zeit gelingen würde. Zumindest nicht ohne dass damit große Problem an anderer Stelle auftreten. Etwa durch die Zerstörung intakter Ökosysteme für den Anbau von Ölpalmen auf riesigen Plantagen. Das führte unter anderem zu einem schnelleren Artensterben und auch zu einem schnelleren Anstieg von klimaschädlichen Gasen, weil die Regenwälder als Kohlenstoffsenken verloren gingen.

Durch die Entkopplung der reinen Existenzsicherung von Erwerbsarbeit, konnte man sich auf das konzentrieren, was für ein anständiges Leben aller Mensch jetzt und in Zukunft tatsächlich notwendig ist. Man musste nicht mehr „groß Denken“ und „mehr Tun“, sondern man konnte vieles lassen.

Mit der Umsetzung der vier Einsichten wurde durch eine rasche Reduzierung der Emissionsrechte der menschliche Ausstoß klimaschädlicher Gase schnell auf ein akzeptables Maß reduziert. Das machte fossile Kohlenstoffe sehr teuer. Auf die Existenzsicherung hatte der dieser Preis aber keine Auswirkung, da die Höhe der Grundeinkommens automatisch angepasst wird.

Viel Energie konnte eingespart werden, weil immer mehr Menschen nur wenig beheizten oder gekühlten Wohnraum beanspruchten. Auch die Veränderungen in den Bereichen Landwirtschaft und Transport sparten viel Energie. Ganze Industriezweige verschwanden fast gänzlich, wie etwa die Produktion von Müll in Form von Verpackungen und kurzlebigen Konsumgütern. Das war durch die hohen Rohstoff- und Energiepreise nicht mehr wirtschaftlich.

Produktion von energieintensiven Gütern findet nur noch dort statt, wo weitgehend saubere Energie in ausreichender Menge verfügbar ist. Da weniger konsumiert wird, ist das aber auch ausreichend.

Die Einführung der vier Einsichten geschah aber nicht aus freien Stücken. Es waren dazu einige Krisen notwendig. Etwa mehrtägige Stromausfälle (Blackouts) in stark industrialisierten Gebieten machten vielen Menschen klar, dass es besser ist, sich nicht gänzlich auf High-Tec Lösungen zu verlassen, sondern auch noch ein Low-Tec Back-up zu haben.

Es wird fast kein Steuergeld in den Bereich Energieerzeugung und Verteilung gesteckt. Das wird alles privat finanziert. Durch die Liquidtätsumlage sind die Zinsen dauerhaft niedrig, dadurch konnten viele Techniken zur Energieversorgung realisiert werden, die früher nicht wettbewerbsfähig waren, da der Zinsanteil in den Gesamtkosten zu hoch war.

Da Energie und Dünger knapp und teuer ist, werden Fäkalien als wertvoller Rohstoff gesehen, den man möglichst unverdünnt verwenden möchte. Daher werden Urin, Kot und Grauwasser getrennt behandelt. Kot wird meist in Biogasanlagen und Blockheizkraftwerken zu Gas, Strom, Wärme und Bodenverbesserern verarbeitet. Urin wird, nach dem er eine Weile gelagert wurde, verdünnt als Dünger auf die Felder gebracht. Grauwasser durchläuft Absetzbecken und Bodenfilter, bevor es in Gewässer eingeleitet wird. Für die Reinigung gewerblicher Abwässer sind die Unternehmen selber zuständig. Diese müssen strenge Auflagen einhalten, weshalb das Brauchwasser häufig den Betrieb nicht verlässt, sondern nach dem Aufbereiten wieder verwendet wird.

In vielen Altbau-Wohnungen sind Toiletten auch heute noch nicht so komfortabel wie zu der Zeit als Wasserspültoiletten Standard waren. Aber das ist nichts im Vergleich dazu wie es während der Blackouts war. Als Fäkalien tagelang in den Toiletten vor sich hingammelten und Abwässer Straßen fluteten, weil die Pumpen nicht arbeiteten, die das Wasser förderten, das zum Transport der Fäkalien notwendig war.

Die Fäkalien werden heute von Unternehmen kostenlos abholt. Auch gibt es viele kostenlose öffentliche Toiletten. Diese sind in einem sehr guten Zustand, da die Betreiber mit den Fäkalien Geld verdienen und sie bekommen mehr davon, je besser der Service ist.

Durch den neuen Umgang mit Abwässern, bzw. deren Vermeidung und weil es keine Massentierhaltung mehr gibt, ist normalerweise Grundwasser überall trinkbar und viele Haushalte auf dem Land haben eigene Brunnen. Sollte der Grundwasserspiegel jedoch über die jahreszeitlichen Schwankungen hinaus sinken, müssen Auflagen eingehalten werden.

By |2024-01-05T01:25:40+01:00März 22nd, 2023|BLOG, TEASER|0 Comments