Es gibt kein demographisches Problem,…

Es gibt kein demographisches Problem – sondern ein Verteilungsproblem

Weil die Menschen bei uns immer älter werden, können wir es uns angeblich nicht mehr leisten, allen eine ausreichende Rente zu zahlen. Deshalb fordern Experten immer wieder eine Anhebung des Rentenalters. Doch vergleicht man die Zahlen des statistischen Bundesamts von 1970 und 2023, merkt man, dass an dieser Aussage etwas nicht stimmen kann.

Obwohl es 1970 eine Vollbeschäftigung gab (weniger als 0,2 % Erwerbslose), lag der Anteil der Bevölkerung, die einer Erwerbsarbeit nachgingen, etwa ein Fünftel unter dem Wert von 2023 (44 % zu 54,2 %). Der Anteil der Rentner war damals niedriger, aber es gab mehr Kinder und nichtberufstätige Frauen.

Im Durchschnitt arbeitete damals jeder Erwerbstätige zwar deutlich mehr als 2023. Mit der heutigen Produktivität (preisbereinigt) hätte es aber gereicht, wenn alle Erwerbstätigen etwa 20 Stunden pro Woche gearbeitet hätten, um das damalige Bruttoinlandsprodukt zu erwirtschaften.

Warum war damals Geld weniger knapp als heute?

Um 1970 reichte meist ein Einkommen, um eine ganze Familie zu versorgen. Viele Kommunen bauten damals unter anderem Schwimmbäder, die in den letzten Jahren wieder geschlossen werden, weil man nicht mal die Betriebskosten aufbringen kann. Wo ist das ganze Geld hingegangen?

Die Ursache liegt vor allem in den sogenannten ökonomischen Renten, wie Pacht, Miete, Zins. Diese bewirken eine selbstverstärkende Vermögensverteilung. Je mehr gewinnbringendes Vermögen wie Immobilien oder Geld man besitzt, umso schneller wird man noch reicher.

Die Gesellschaft hat immer mehr geleistet, um eine Minderheit unvorstellbar reich zu machen.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache

Die Gegenüberstellung ist ernüchternd:

  • Die gesamten Mehrausgaben für die Alterung der Gesellschaft werden auf etwa 100–150 Milliarden Euro jährlich geschätzt.

  • Allein die Netto-Mieteinnahmen aus Wohnimmobilien liegen konservativ bei über 200 Milliarden Euro pro Jahr. Die gesamtwirtschaftliche Zinslast addiert hunderte weitere Milliarden.

Die finanzielle Belastung durch die Alterung liegt also in einer ähnlichen Größenordnung wie der jährliche Finanzabfluss in Form von leistungslosen Vermögenseinkünften. Wir haben nicht zu wenig Produktivität oder zu viele Alte – wir haben ein System, das einen stetig wachsenden Teil unseres gemeinsam erwirtschafteten Wohlstands in die Taschen von Vermögensbesitzern umleitet.

Eine konkrete Lösung: Der Algorithmus der Nachhaltigkeit (AdN)

Mit der Umsetzung des Algorithmus der Nachhaltigkeit (AdN) würden diese ökonomischen Renten minimiert. Sein dreiteiliger Ansatz zeigt einen Weg:

  1. Eine Bodenwertumlage schöpft die spekulative Grundrente ab.

  2. Eine Liquiditätsumlage beendet die immense Zinslast auf der Realwirtschaft.

  3. Eine Universelle Dividende führt die Erlöse aus diesen Gemeinschaftsgütern als sicheres Grundeinkommen an alle zurück.

Es wäre dann leicht, nicht nur alten Menschen ein anständiges, würdevolles Leben zu ermöglichen, sondern allen Menschen – und das bei konsequentem Schutz unserer Lebensgrundlagen.

Um noch eins klar zu machen: Es geht hier nicht um Schuld oder Feindbilder. Ob jemand arm oder reich ist, ist letztendlich immer Zufall. Es sind Systemfehler, die beseitigt werden müssen.

 

By |2026-01-31T10:33:25+01:00April 1st, 2024|BLOG, TEASER|0 Comments

Zukunftsmusik. Bericht aus 2050. Alters- und Krankheitsvorsorge

Old man on a bench

Zukunftsmusik. Bericht aus 2050. Alters- und Krankheitsvorsorge

Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen“

Mark Twain

Trotz des Zitats von Mark Twain wird in den Berichten aus dem Jahr 2050 erzählt, wie verschiedene Bereiche des Alltags in knapp drei Jahrzehnten aussehen könnten, wenn die vier Einsichten umgesetzt werden.

 

Man kann weder eine gesetzliche, noch eine kapitalgedeckte Rentenversicherung abschließen. Es gibt auch kein Renteneintrittsalter mehr. Wer bereit ist, notfalls mit Grundbedürfnissen auszukommen und dafür gegebenenfalls auch seinen Lebensstil ändern würde, braucht sich nicht um eine Altersvorsorge zu kümmern. Man kann aufhören zu arbeiten und wieder anfangen wann man will. Denn in dem Fall reicht das Grundeinkommen, das ohnehin jeder Mensch immer bezieht.


Einen höheren Lebensstandard abzusichern ist Privatsache. Man muss sich also selbst darum kümmern. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Da die meisten ohnehin deutlich weniger arbeiten als es früher üblich war und man meistens auch nur dann Erwerbsarbeit leistet, wenn sich eine gute Gelegenheit ergibt, fürchten die wenigsten den Gedanken, solange zu arbeiten wie man kann. Diese Leute schließen dann nur eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung ab.


Eine weitere einfache Form der Altersvorsorge ist es, von Ersparnissen zu leben. Das heißt diese aufzubrauchen, denn Zinsen gibt es praktisch auf kein Bankguthaben mehr.
Kurzfristig verliehenes Geld ist sogar negativ verzinst. Daher ist es üblich, sich langfristig verliehenes Geld in Raten zurück zahlen zu lassen.

Es ist auch möglich, eine private Rentenversicherung abzuschließen. Die Gebühren dafür sind um so günstiger, je weiter der vereinbarte Auszahlungstermin über dem durchschnittlichen Höchstalter liegt. Bis dahin ist man bereit, Erwerbsarbeit zu leisten und/oder die Ersparnisse sollten solange reichen. Diese Versicherung ist, wie bereits erwähnt, nicht Kapital gedeckt, sondern funktioniert wie alle Versicherungen, dass heißt viele Versicherte zahlen für relativ wenige Leistungsbezieher.


Da die große Mehrheit über Wohneigentum verfügt, entspannt das die finanzielle Lage im Alter zusätzlich. Eltern verkaufen oft ihre große Wohnung, wenn die Kinder ausgezogen sind und kaufen sich eine kleinere Wohnung. Diese Geschäfte werden meist auf Mietkaufbasis ohne einen Bankkredit, direkt zwischen Käufer und Verkäufer gemacht. Wobei die Wohnung als Sicherheit dient.


Krankheits- und Pflegekosten werden durch die Kranken- und Pflegeversicherung abgedeckt, die obligatorisch mit dem Grundeinkommen von allen in gleicher Höhe bezahlt wird. Wenn man möchte, kann man sich auch zusätzlich privat gegen Krankheit versichern.


Um die Kosten der Gesundheitsversicherung niedrig zu halten, bekommt man 2-3 Monatsbeiträge pro Jahr zurück, wenn man alle empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen gemacht hat, aber ansonsten keine Leistungen der Versicherung in Anspruch genommen hat.

By |2024-11-03T10:20:23+01:00Januar 21st, 2023|BLOG, TEASER|0 Comments