Zusammenfassung „Der Algorithmus der Nachhaltigkeit“
Zusammenfassung „Der Algorithmus der Nachhaltigkeit (AdN)“
Ein Bauplan für eine gerechte und stabile Wirtschaft des 21. Jahrhunderts
Von Jörg Schreiner
Das Kernproblem
Unser derzeitiges Wirtschaftssystem ist grundlegend fehlerhaft. Es ist mit einer Rückkopplung programmiert, die Vermögen konzentriert und wiederkehrende Krisen erzeugt. Statt den Motor zu reparieren, verwalten wir nur die Symptome – soziale Spaltung, Instabilität und ökologische Schäden.Die Lösung: Ein neues Betriebssystem
Der Algorithmus der Nachhaltigkeit (AdN) ist ein vorgeschlagenes sozioökonomisches Rahmenwerk, das den Wachstumszwang durch ein selbststabilisierendes System für Balance und Fairness ersetzt. Es nutzt transparente, regelbasierte Prozesse zur Verwaltung gemeinsamer Ressourcen zum Nutzen aller.
Der Kernmechanismus: Ein konstanter Wirtschaftskreislauf
Der AdN etabliert einen zirkulären Wirtschaftsfluss, finanziert durch Gebühren für die Nutzung gemeinsamer Ressourcen – statt durch Steuern auf produktive Arbeit. Im Zentrum steht die Universelle Dividende (UD): eine bedingungslose Zahlung an jede rechtsmäßige Einwohnerin und jeden Einwohner, als Anteil am Wert unseres gemeinsamen Erbes.
Zentrale Finanzierungsinstrumente
Das System wird durch zwei Hauptquellen finanziert, jede mit einem klaren Zweck:
- Bodenwertsteuer (BWS): Ersetzt bestehende Steuern auf Arbeit, Einkommen und Konsum. Diese Steuer auf den Wert von städtischem Boden vereinfacht das System und beseitigt die Bestrafung produktiver Arbeit.
- Bodenwertumlage (BWU): Eine separate Gebühr für die Nutzung endlicher gemeinsamer Ressourcen (z. B. ländlicher Boden, Mineralien, elektromagnetisches Spektrum). Sie erfasst unverdiente „Renten“ und leitet sie direkt in die Universelle Dividende.
- Liquiditätsumlage (LU): Eine kleine tägliche Gebühr (angefangen mit 0,02 %/Tag) auf alle täglich verfügbaren Guthaben einer Währung. Sie verhindert Hortung, fördert Ausgaben und produktive Investitionen und stellt die zweite Hauptquelle für die UD dar.

Die Grafik zeigt, wie LU-Konten – unabhängig vom Startguthaben – langfristig zum Durchschnitt (100) tendieren. Dies veranschaulicht die ausgleichende Wirkung der LU auf Vermögen und Liquidität
Dies schafft ein geschlossenes System: Die BWS finanziert öffentliche Dienste, während BWU und LU die UD speisen. Das UD-Geld wird in die Realwirtschaft ausgegeben, landet auf anderen Konten, unterliegt erneut der LU und hilft, den UD-Fonds wieder aufzufüllen. Die Zentralbank steuert diesen Kreislauf zur Sicherung der monetären Stabilität.
Systemische Veränderungen & zentrale Ergebnisse
- Automatische Fairness: Wer mehr gemeinsame Ressourcen nutzt als der Durchschnitt (Nettozahler), kompensiert über die UD fair jene, die weniger nutzen (Nettoempfänger).
- Radikale Vereinfachung: Die UD ersetzt komplexe Sozialbürokratien, während die BWS komplizierte Steuern auf Einkommen und Arbeit ablöst.
- Echte Markteffizienz: Durch die Entfernung unverdienter Renten aus Boden und Geld beseitigt der AdN monopolistische Privilegien und ermöglicht Märkte, echte Innovation und Leistung zu belohnen.
- Ökologische Ausrichtung: Gebühren für Ressourcennutzung machen Umweltschutz wirtschaftlich sinnvoll und bestrafen automatisch ökologisch destruktive Entscheidungen.

Die Grafik zeigt, wie selbst bei negativen Realzinsen (A = 0%/a; B = -5%/a) durch das Ansparen der Universellen Dividende substanzielle Vermögensbildung möglich ist – insbesondere für Haushalte mit geringem Startkapital. Da das Ansparen der UD mehr zur Vermögensbildung beträgt, als der Verlust durch eine negative Verzinsung.
Der Weg nach vorn: Phasenweise, demokratische Umsetzung
Der AdN ist für eine gesteuerte Transformation konzipiert. Die Umsetzung beginnt mit Pilotprojekten in Ländern mit hoher Armut und bestehenden finanziellen Gewohnheiten, die Inflationsrisiken durch die LU minimieren.
Der Erfolg wird anhand von Stabilitätsindikatoren gemessen – wie erschwinglichen Grundbedürfnissen für alle – und nicht anhand abstrakter BIP-Wachstumszahlen.
Die Umsetzung des AdN erfordert politischen Willen, da mit Widerstand von etablierten Interessengruppen zu rechnen ist, die von den aktuellen Strukturen profitieren. Ein erfolgreicher Pilot in einem Vorreiterland könnte jedoch einen Dominoeffekt auslösen. Dieses Land würde die Unterstützung einer wachsenden globalen Gemeinschaft von Menschen gewinnen, die ein Wirtschaftssystem anstrebt, das Leistung stärker belohnt als Besitzstand.
Fazit
Der Algorithmus der Nachhaltigkeit bietet einen praktischen, nicht-ideologischen Ausweg aus der Dauerkrise. Er stellt ein Rahmenwerk dar, in dem individuelles Eigeninteresse automatisch mit dem Wohl der Gemeinschaft und des Planeten übereinstimmt. Es geht nicht darum, Menschen zu besseren Wesen zu machen, sondern ein System zu schaffen, in dem das Richtige zu tun die Standardeinstellung ist.
Der Algorithmus der Nachhaltigkeit verbindet klassische Ideen von Henry George und Silvio Gesell mit den Prinzipien eines bedingungslosen Grundeinkommens – und macht sie durch heutige technologische Möglichkeiten praktikabel.
Hier gibt es das komplette Manuskript des „Algorithmus der Nachhaltigkeit“
